Allgemeines
Geändert am: 06. März 2014

Sexy Muskeln

Written by  Franca Mangiameli, Published in Allgemeines
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Sexy Muskeln © fotogestoeber - Fotolia.com

Hauptsache schlank? Nein, sagt Franca Mangiameli, Oecotrophologin und Autorin aus Hamburg. Der definierte Körper ist das Ziel: Mehr Krafttraining, mehr Eiweiß, mehr Muskeln. Ein Gastbeitrag unserer Expertin.

 

80 Prozent aller Deutschen fühlen sich zu dick und wollen abnehmen. Davon auch viele Schlanke, die sich an dem einen oder anderen Pfündchen stören. So hungern sie sich mühevoll noch das letzte Speckröllchen herunter – gemäß dem Motto: Hauptsache schlank! Aber ist einfach nur Schlank sein auch immer attraktiv?

Und wer sagt, dass schlanke Menschen automatisch auch wenig Körperfett besitzen? Wenn ich durch die Stadt laufe, beobachte ich berufsbedingt Menschen beim Einkaufen oder beim Essen, und auch ihre Körperform und Körperhaltung nehme ich ins Visier. Was mir besonders auffällt: unter den Schlanken gibt es zunehmend auch Teenager und Erwachsene Männer, die immer weniger Muskelmasse besitzen und ohne Körperspannung, mit eingesackten Schultern und krummem Rücken hinter ihren Füßen herlaufen. Selbst der attraktivste schlanke Mann verliert bei einer solchen Haltung aber seine attraktive Wirkung. Im Verhältnis zur Muskelmasse haben diese Männer nämlich einen sehr hohen Körperfettanteil.

 

Sind Sie auch ein TOFI?

Wissenschaftler haben die „dicken" Schlanken, wenn sie dazu auch noch relativ viel verstecktes Bauchfett besitzen „TOFIs" - Thin Outside, Fat Inside- getauft, zu Deutsch: „außen schlank und innen fett". Solche TOFIs werden nicht fettfreier vom weiteren Abnehmen. Im Gegenteil, sie würden immer mehr Muskelmasse abbauen und weiter an Form verlieren. An alle TOFIs: Richtet euch auf, streicht Diäten aus euren Köpfen und baut lieber eure Muskeln auf. Muskeln sind sexy, sie definieren den Körper, formen und straffen ihn und sorgen für eine tolle selbstbewusste Körperhaltung.

Und so geht´s: Für einen effektiven Muskelaufbau brauchen Sie einerseits einen Muskelreiz in Form von Krafttraining und andererseits das richtige „Muskel-Futter" zum richtigen Zeitpunkt. Durch das Stemmen von Gewichten wird der Muskel besonders „gefräßig". Das sollten Sie ausnutzen, denn in diesem Zustand nimmt der Muskel sehr effektiv Bausubstanz, also Eiweiß, zum Wachsen auf. Wissenschaftler raten möglichst schnell nach dem Krafttraining, bis maximal eine Stunde danach, 20-25 Gramm hochwertiges Eiweiß zuzuführen. Das beste Eiweiß für schöne Muskeln kommt aus der Milch – das sogenannte Molkenprotein oder unter Profis auch Whey-Protein genannt. Es ist reich an der Aminosäure Leucin, welche den Muskelaufbau steuert. Deswegen sind kohlenhydratarme Eiweißshakes mit einem hohen Anteil an Molkenprotein besonders empfehlenswert. Bei Kuhmilcheiweißallergie eignen sich auch Eiweißpulver auf Sojabasis. Wem Eiweißpulver an sich zu teuer ist, kann auch auf 500 Milliliter magere Milch zurückgreifen oder Sojamilch genießen. Und wer weder Soja, noch Kuhmilch mag, der sollte zu festen Eiweißquellen, z.B. 125-150 g magerem Fleisch oder Schinken, 125-150 g Fisch oder 2-3 Eiern, greifen.

Schaffen Sie es, 3mal pro Woche alle großen Muskelgruppen zu trainieren, direkt nach dem Training hochwertiges Eiweiß zuzuführen, und sich darüber hinaus auch an trainingsfreien Tagen eiweißreich und kohlenhydratarm zu ernähren, dann dürfte ihrer definierten und durchtrainierten Figur nichts mehr im Wege stehen.