Muskelpillen & Co.
Geändert am: 30. November -0001

Phosphatidylserin

Written by  menscore-body, Published in Muskelpillen & Co.
Aus der ärztlichen Redaktion
 

Phosphatidylserin gehört zur Gruppe der Kephaline, die Vorstufen verschiedener Hormone sind. Es ist ein natürlich vorkommendes Phospholipid, das eine wichtige Rolle für die Funktion aller Körperzellen spielt. Ob es auch Muskelaufbau kann, lesen Sie hier.

 

Phosphatidylserin hemmt die Ausschüttung von ACTH, einem Hormon, das die Freisetzung des Stresshormons Cortisol bewirkt.

 

Alternative Quellen

Phosphatidylserin wird aus Sojalecithin gewonnen.

 

Versprochene / beworbene Wirkung

Hemmt die muskelabbauenden Effekte und die Beeinträchtigung der Nährstoffaufnahme (Kohlenhydrate, Aminosäuren) durch das Stresshormon Cortisol. Das Testosteron-/ Cortisol-Verhältnis verschiebt sich durch Phosphatidylserin deutlich zu Gunsten von Testosteron. Antikataboler Nährstoffkomplex, verhindert Muskelabbau, beschleunigt Muskel- und Kraftzuwachs.

 

Tatsächliche / belegbare Wirkung

In einer zweiwöchigen, Placebo kontrollierten Doppelblind-Studie bekam eine Hälfte der Teilnehmer 800 mg Phosphatidylserin, die andere Hälfte bekam ein wirkungsloses Scheinpräparat. Die gesamte Gruppe führte vier Mal wöchentlich ein Widerstandstraining für alle Muskelgruppen durch. Direkt nach dem Training wurde jeweils der Cortisol- und der Testosteronspiegel gemessen. Beide Werte waren bei denjenigen deutlich günstiger, die Phosphatidylserin bekommen hatten. Darüber hinaus bewerteten sie sogar die Stimmung beim Training besser. Ob der beobachte Effekt auf die Hormonspiegel aber tatsächlich das Muskelwachstum fördert, kann bislang nur vermutet werden.

 

Nebenwirkungen

Gelegentlich Übelkeit und Schlafstörungen, die jedoch verhindert werden können, wenn Phosphatidylserin mit einer kleinen Mahlzeit eingenommen wird.

 

Dosierung

Von Anbietern empfohlene Tagesdosis: anfangs 300 mg morgens vor dem Frühstück, nach vier Wochen weitere vier Wochen mit 100 mg als Unterhaltungsdosis. Wer es ausprobieren möchte, sollte Phosphatidylserin möglichst nur an Trainingstagen einnehmen und nach acht Wochen eine mindestens dreiwöchige Pause einlegen.

 

Bewertung

Nicht ausreichend untersucht. So lange keine Studien zur Muskel aufbauenden Wirkung von Phosphatidylserin bei Sportlern vorliegen, können wir die Einnahme nicht empfehlen. Und auch die EFSA hat einen beantragten Claim nicht anerkannt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat „PS“ im Jahr 2011 als „neuartiges Lebensmittel“ für Lebensmittel wie Riegel und Süßwaren zugelassen.

 

Tipp: Phosphatidylserin-Präparate sollten auf jeden Fall kalt und trocken gelagert werden, da Phosphatidylserin und die Begleitstoffe (Fette) leicht verderben.

 

 
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