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Sportverletzungen
Geändert am: 26. August 2013

Diagnose bei Sportverletzungen

Written by  menscore-body, Published in Sportverletzungen
Aus der ärztlichen Redaktion
 

Vor der Therapie kommt die richtige Diagnose. Und je nach Verletzung sind andere diagnostische Methoden besser geeignet. Hier die Verfahren, die bei Sportverletzungen eingesetzt werden.

 

 

 

Klassiker für Knochen: Röntgen

Die Röntgenuntersuchung ist ein Verfahren, das in der Sportmedizin besonders zur Beurteilung von Knochenverletzungen erste Wahl ist. Bei der Röntgenuntersuchung wird das zu untersuchende Gebiet mit Röntgenstrahlen „beschossen“, während sich auf der gegenüberliegenden Seite ein Bildauffangsystem, nämlich ein Film mit Verstärkerfolie, befindet.

Wenig dichte Strukturen, etwa die Luftgefüllte Lunge, stellen für die Strahlen kein großes Hindernis dar und können diese kaum abschwächen. Deshalb werden sie dunkler, fast schwarz abgebildet. Sehr dichtes Gewebe, etwa Knochen, kann den Film besonders gut von den Strahlen abschirmen. Entsprechend wird die Knochenstruktur auf dem Film weiß dargestellt. Andere Organe und Strukturen stellen sich unscharf als graue Schatten dar. Besonders aussagekräftig sind Röntgenbilder deshalb bei sehr dichten Geweben und bei solchen mit besonders geringer Dichte.

 

Szintigrafie

Das Untersuchungsverfahren der Szintigrafie macht nicht Organe (in Aussehen und Struktur) sichtbar, sondern die Qualität ihrer Funktion. Dazu müssen radioaktiv markierte Substanzen über eine Vene, z.B. in der Armbeuge, gespritzt werden. Diese verteilen sich mit dem Blutfluss im Körper. Spezielle Kameras messen anschließend die Strahlung von außen, und ein Computer errechnet ein Bild daraus. In der Sportmedizin wird die Szintigrafie hauptsächlich für die Diagnostik von Knochenverletzungen herangezogen. Die Strahlungsbelastung ist relativ gering.

 

Sonografie (Ultraschalluntersuchung)

Bei diesem Verfahren werden Ultraschallwellen auf Körperstrukturen ausgesandt. Je nach Beschaffenheit werfen die angepeilten Strukturen, z.B. Knochen, Muskeln oder innere Organe, spezifische Echos zurück, die von einem Empfängergerät aufgezeichnet und von einem Computer zu einem Bild errechnet werden. Ein erfahrener Untersucher kann anhand von Ultraschall-Bildern konkrete Aussagen zu Form, Größe und Beschaffenheit der untersuchten Gewebe zu machen. Die Untersuchung ist strahlen- und schmerzfrei.

 

Beurteilung von Weichteilen: Kernspintomografie

Im Gegensatz zum Röntgen eignet sich die Kernspinuntersuchung (Magnet-Resonanz-Tomografie, MRT) besser zur Beurteilung von Weichteilen, wie Muskeln, Sehnen und Bändern. Bei der Kernspintomografie werden mittels pulsierender Magnetfelder (von bis zum 30.000fachen des Magnetfelds der Erde) sowie Radiowellen innere Organe und Gewebe in Schnittbildern dargestellt. Im Gegensatz zum Röntgen eignet sich die Kernspinuntersuchung besser zur Beurteilung von Weichteilen, etwa Muskeln, Sehnen und Bändern.

Knochen dagegen lassen sich nicht so deutlich abbilden, weil sie – anders als Weichteile – weniger Wasserstoffatome enthalten. Und gerade auf die Wasserstoffatome wirken sich die Magnetwellen (kurzfristig) aus. Die Energie-Signale, die von den Wasserstoffatomen ausgesendet werden, werden vom Gerät aufgefangen, gemessen, verstärkt und zu sehr aussagekräftigen Bildern verarbeitet. Da das Verfahren ohne Röntgen- oder andere Strahlung auskommt, gilt es als besonders ungefährlich.

 

Zur Operationsplanung: Computertomografie

Die Computertomografie kommt bei der Diagnostik von Verletzungen und zur Planung von Operationen zum Einsatz. Technisch gesehen handelt es sich bei der Computertomografie um eine Sonderform der Röntgenuntersuchung. Eine Röntgenröhre dreht sich um die Längsachse des Patienten und „beschießt“ die zu untersuchende Region mit Strahlen. Gegenüber der Röntgenröhre, also auf der „Austrittsseite“ der Strahlen befindet sich ein Messgerät (es dreht sich durchgehend mit), das die durch die Körperstruktur abgeschwächte Strahlung aufnimmt und daraus Schichtaufnahmen des Körpers, allerdings in zweidimensionalen Querschnittsbildern, erstellt.

Diese „Schichten“ bzw. Scheiben können millimeter- oder zentimeterdick sein. Je nach Gewebedichte variieren die Strukturen von Schwarz (Luft, z.B. in der Lunge) über verschiedene Graustufen bis hin zu Weiß (etwa die Knochen). Die Untersuchung erfordert eine Strahlenbelastung, die ein Mehrfaches einer normalen Röntgenuntersuchung beträgt.

 

Gelenkpunktion

Mit einer Kanüle wird in die Gelenkkapsel gestochen, um die Flüssigkeit, die sich im Gelenk angesammelt hat (Gelenkerguss), zu entnehmen. Punktiert werden oft das Hüft-, Knie- oder Schultergelenk. Dies kann sowohl der Diagnose – z.B. Untersuchung der Flüssigkeit auf Krankheitserreger – als auch der Behandlung dienen, etwa zur Entlastung des Gelenks.

 

Gelenkspiegelung (Arthroskopie)

ist eine Untersuchung von Gelenken mit einem Spezialendoskop, dem Arthroskop. Über einen kleinen, ca. ein Zentimeter langen Hautschnitt wird eine Sonde mit Kamera (Arthroskop) in das Gelenk eingeführt und überträgt Bilder aus dem Inneren des Gelenkes auf einen Monitor. Die Arthroskopie wird auch für operative Eingriffe genutzt, ist damit sowohl ein diagnostisches als auch ein therapeutisch eingesetztes Verfahren.