Sportverletzungen
Geändert am: 31. Mai 2017

Kahnbeinbruch

Written by  menscore-body, Published in Sportverletzungen
Aus der ärztlichen Redaktion
 

Das Kahnbein gehört zu den Handwurzelknochen und sitzt an der Seite des Daumens. Ein Bruch muss unbedingt behandelt werden, wenn die Funktion der Hand gerettet werden soll. 

Eine unbehandelte Kahnbeinfraktur führt meist zu einer Falschgelenkbildung oder zu einer Nekrose (Gewebetod) des betroffenen Knochens, die auch noch nach Jahren Beschwerden bereiten kann.

 

Symptome

Schmerzen treten am Handgelenk auf der Daumenseite auf.

 

Ursachen

Zu einem Bruch des Kahnbeins kommt es typischer Weise bei einem Sturz auf das ausgestreckte Handgelenk. Hierfür sind große Krafteinwirkungen notwendig: Es müssen etwa 200 bis 400 Kilogramm auf das Handgelenk wirken, um einen Bruch des Kahnbeins zu verursachen. Dabei wird der Knochen zwischen der Speiche und der zweiten Handwurzelreihe eingequetscht und zerbricht.

 

Sofortmaßnahme / Selbsthilfe

Versuchen Sie nicht, den Bruch nicht selbst einzurenken oder zu richten, sondern verständigen Sie den Notarzt. Bewegen Sie den Arm einschließlich der Hand so wenig wie möglich. Lassen Sie sich von jemandem ein Dreieckstuch anlegen, um den Bruch ruhig zu halten.

 

Diagnose

Neben der körperlichen Untersuchung des Handgelenks, etwa dem Daumenstauchungstest, dem so genannten Tabatièreschmerz, sind Röntgenzielaufnahmen die Methode der Wahl zur Feststellung eines Kahnbeinbruchs.

Ist trotz der eindeutigen Beschwerden der Bruch im Röntgen nicht zu sehen, sollten ein bis zwei Wochen später weitere Röntgenbilder gemacht werden. In seltenen Fällen kann ein Computertomogramm für exaktere Informationen sinnvoll sein. Eine Skelettszintigrafie ist dagegen eher in Ausnahmefällen erforderlich.

 

Therapie

Unkomplizierte Brüche, bei denen die Bruchenden nicht gegen einander verschoben sind, werden konservativ behandelt. Dafür wird erst ein Oberarmgips mit Daumeneinschluss und später ein Unterarmgips mit Daumeneinschluss angelegt.

Verschobene Brüche, insbesondere Schräg- und Querfrakturen, aber auch solche, bei denen sich Kapsel- oder Bandanteile in den Bruchspalt geraten sind, müssen operiert werden.

Bei der Operation werden beide Knochenanteile mit einem Draht aufgefädelt und in ihre ursprüngliche Position zu einander gebracht. Dann werden sie mit einer Hohl- Schraube überbohrt und beide Bruchstücke als Zugschraube zusammengepresst.

Gelegentlich kann auch ohne Draht verschraubt werden. Den Gips gibt es hier nach der OP für vier bis sechs Wochen. Alltagstauglich wird die Hand nach etwa weiteren vier Wochen, wenn nach dem Gips sofort Krankengymnastik betrieben wurde. Nach der OP ist Sport mindestens vier Monate tabu. Sportliche Maximalbelastung ist häufig erst nach vier bis sechs Monaten möglich.