Sportverletzungen
Geändert am: 31. Mai 2017

Knöchelbruch

Written by  menscore-body, Published in Sportverletzungen
Aus der ärztlichen Redaktion
 

Beim Knöchelbruch, auch Sprunggelenksfraktur genannt, ist das Verbindungsgelenk zwischen Unterschenkel und Fuß gebrochen. 

 

 

Das obere Sprunggelenk besteht aus dem Außen- und Innenknöchel, dem unteren Ende des Schienbeins und dem zum Fuß gehörenden Sprungbein. Es verbindet den Unterschenkel mit dem Fuß. Sind eine oder mehrere seiner knöchernen Strukturen gebrochen, spricht man von einem Knöchelbruch.

Die Verletzung entsteht meist als Folge von Umknickunfällen im Sprunggelenk - besonders oft beim Sport.

 

Symptome

Typisch sind starke Schmerzen bei Druck und Bewegung, eine Schwellung und oft auch ein Bluterguss über dem Innen- und Außenknöchel. Die Betroffenen können oft nicht mehr gehen.

 

Ursachen

Häufig betroffen sind Snowboarder, Ballspieler und Cross-Läufer.

 

Sofortmaßnahme / Selbsthilfe

Suchen Sie einen Arzt auf!

 

Diagnose

Ein Knöchelbruch kann fast immer in Röntgenaufnahmen gesehen werden. Um gleichzeitige Verletzungen von Bändern auszuschließen, können zusätzlich so genannte Schichtaufnahmen oder Belastungsaufnahmen nötig sein.

 

Therapie

Auch hier gibt es eine konservative und ein operative Therapieoption. Bei einfachen Brüchen reicht eine konservative Behandlung: ein paar Wochen Ruhigstellung im Gips oder mit einer Bandage.

Unverschobene Brüche ohne begleitende Bandverletzung können ambulant in Gips gelegt und durch Entlastung behandelt werden. Die Gipsruhigstellung sollte vier bis sechs Wochen dauern. Vorteil dieser Behandlungsmethode: Es treten keine operationsbedingten Komplikationen auf. Nachteil: Erheblich längere Einschränkung der Beweglichkeit und damit zusammenhängend erhöhte Thrombosegefahr. Außerdem ist das Risiko, dass der Bruch nicht verheilt, im Vergleich zur Operation höher.

Operation nur bei komplizierten Brüchen
Andere, kompliziertere Brüche, etwa mit gegeneinander verschobenen Bruchenden, mit Beteiligung von Bänderverletzungen etc., werden operiert. Ziel ist es immer, die Bruchenden aneinander zu bringen und entweder mit Drähten, Schrauben und/oder Platten zu fixieren. Die OP bedeutet einige Tage Krankenhausaufenthalt.

Nachteile der Operation sind die Gefahr von Entzündungen und der Umstand, dass das Metall in einer erneuten Operation, meist nach einem Jahr, wieder entfernt werden muss.

Ein nicht behandelter Sprunggelenksbruch bedeutet Schwellung und Schmerzen auf lange Zeit. Der Bruch verheilt entweder in einer Fehlstellung (mit der Gefahr für beschleunigten Verschleiß) oder gar nicht. Dann kommt es zur Ausbildung eines falschen Gelenkes, so genannte Pseudarthrose.

 

Rehabilitation

Ist die Schwellung abgeklungen, kann mit dem Gehtraining an Stützen und krankengymnastischen Bewegungsübungen begonnen werden. Bei der konservativen Therapie kann mit der Physiotherapie erst nach der Gipsabnahme begonnen werden, weil das Gelenk vorher nicht belastet werden darf. Sportliches Training kann nach ca. zwölf Wochen wieder aufgenommen werden.