Allgemeines
Geändert am: 06. März 2014

Aufgeklärt: Irrtümer über richtiges Essverhalten

Written by  menscore-body, Published in Allgemeines
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Aufgeklärt: Irrtümer über richtiges Essverhalten © Kondor83 - Fotolia.com

Essen nur bis 17 Uhr und danach hungern? Nein, wer richtig isst, kann auf Verzicht verzichten. Lesen Sie hier, wie gesund ein Steak ist und wie wenig Light-Produkte tatsächlich bringen.

 

 

 

Falsch: Zwei warme Mahlzeiten täglich dürfen nicht sein

Richtig: eine zweite warme Mahlzeit ist gesünder als eine Brotmahlzeit, etwa „Abendbrot“

Eine warme Mahlzeit mit Fleisch und Gemüse enthält weniger Kalorien und mehr Nährstoffe als eine Brotmahlzeit.

Beispiel:

  • 200 g Steak mit 200 g Gemüsemischung in Öl gedünstet hat gerade mal 490 Kalorien und dabei haben Sie viel zu kauen, nämlich über 460 Gramm, das ist eine große Portion.
  • 2 Scheiben Brot mit 20 g Butter und 1 Scheibe Käse und 1 Scheibe Salami hat 540 Kalorien - und wie traurig, Ihr Magen bekommt nur 180 Gramm zu verarbeiten.

Und: Eine Mahlzeit bekommt ja nicht mehr Kalorien, bloß weil sie erwärmt wird.

Warum also nicht zweimal warm essen?

 

Falsch: Zum Essen darf man nicht trinken

Richtig: Wasser zu den Mahlzeiten ist sogar empfehlenswert

Der Grund, warum man zum Essen nicht trinken sollte, war, dass Flüssigkeit die Magensäure verdünnt und die Speisen länger im Magen bleiben. Früher war das unerwünscht, weil man die Nahrung besonders schnell und gründlich verwerten wollte. Heute, wo wir eher das Problem der Überernährung haben, ist es sinnvoll, sich diesen Effekt zunutze zu machen. Denn so lange der Speisebrei den Magen nicht verlässt, fühlt man sich satt und kann die Tageskalorienaufnahme senken. Außerdem ist Wasser generell, da es durch sein Volumen die Magenwand dehnt (und dies wiederum Sättigungssignale ans Gehirn sendet), ein wichtiger Sättigungsfaktor in Verbindung mit Nahrung.

 

Falsch: Abends essen macht dick

Richtig: Ihr Körper ist kein Bürotäter, der ab 17 Uhr nicht mehr arbeitet.

Wir haben’s ja schon immer vermutet. Für das Gewicht zählt nur, wie viele Kalorien man am Tag aufnimmt, nicht wann. Im Rahmen einer Studie wurden mehr als 7000 Frauen und Männer über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachtet. Das Ergebnis: Früh- oder Spätesser – hinsichtlich des Gewichts ergab sich kein Unterschied.

Für die Gewichtszunahme ist die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien während des ganzen Tages von Bedeutung. Die Nährstoffe werden abends und nachts genauso gut verwertet wie während des Tages, obwohl die Verdauung nachts etwas langsamer abläuft.

Solange man genauso viel verbrennt, wie man aufnimmt, wird man nicht dicker. Wenn man mehr verbrennt, als man aufnimmt, nimmt man ab.

 


 

Falsch: Hungern macht schlank

Richtig: auf Hungern reagiert der Körper mit „Fett einsparen“

Nahrungsmangel signalisiert dem Körper, dass Notzeiten angebrochen sind. Um das Überleben dennoch möglichst lange zu gewährleisten, fährt der Körper nach den ersten paar Pfund die Fettverbrennung herunter. Das ist eine Überlebensstrategie des Körpers, die wir seit mindestens der Steinzeit haben. Folgewirkung: Der Hunger als starker Stressfaktor, und der Frust über den ausbleibenden Abnehm-Erfolg treibt früher oder später jeden zum Abbrechen der Hungerdiät, und schon ist man mitten im berüchtigten Jo-Jo Effekt.

Wer zu wenig isst, der nimmt auch zu wenig Stoffe auf, die der Körper für seine Funktionen braucht. Die holt er sich dann aus den Muskeln. Denn Abnehmen durch Hungern heißt, Muskelmasse abzubauen. Deshalb: Immer auch durch Kraftsport für Muskelaufbau sorgen.

Übrigens: Pro 1 Kilo Körperfett das man verlieren möchte, muss man 9000 Kalorien einsparen. Besser ist es deshalb, wöchentlich ungefähr ein halbes Kilo abzunehmen, indem man täglich etwas weniger Kalorien zu sich nimmt.

 

Falsch: 5 Mahlzeiten am Tag einnehmen hält schlank

Richtig: 3 Mahlzeiten am Tag lassen Fett verbrennen

Fünf Mal essen bedeutet oft, immer wieder Kohlenhydrate zu essen. Das liegt daran, dass viele Snacks, Brot, Reis und Nudeln recht billig sind, haltbar und deshalb auch fast überall verfügbar sind. Die Kohlenhydrate hieraus lösen aber die Ausschüttung von Insulin aus, dem Masthormon, das den Fettabbau blockiert und den Appetit anregt. Je weniger Mahlzeiten Sie einnehmen, desto wahrscheinlich ist es, dass Sie Hauptmahlzeiten mit Fleisch/Fisch und Gemüse und vielleicht sogar Salat dabeihaben. Sie werden also satt mit viel Nahrungsvolumen und Ihre Fettverbrennung wird nicht gehemmt. Bei drei Mahlzeiten hat Ihr Köper mehr Zeit Fett zu verbrennen.

 

Falsch: Light-Produkte machen schlank

Richtig: Trotz des Light-Produkte-Booms werden wir immer dicker

Denn Light-Produkte sind zwar eine gute Verkaufsidee für die Nahrungsmittelindustrie, aber nicht generell fett-, zucker- und somit kalorienarm. Sie enthalten nur etwas weniger Zucker oder Fett als andere, besonders fett- und zuckerhaltige Produkte desselben Herstellers. Weil sie aber einem suggerieren, nicht auf die Figur zu schlagen, verleiten sie einen eher dazu, mehr davon zu essen und fördern gerade dadurch die Überernährung.
 Besonders fatal sind Produkte mit niedriger Fettstufe. Denn wird Fett reduziert – und Fett ist hauptsächlicher Geschmacksträger – dann muss das Produkt auf andere Weise schmackhaft gemacht werden. Und da bleibt eben nur Zucker. D.h. fettreduziert bedeutet fast immer, dass dem Produkt dafür Zucker zugesetzt wurde. Und das ist der eigentliche Dickmacher (siehe Irrtum: "Fett macht fett")!

 
ANZEIGE