Good Food
Geändert am: 31. Mai 2017

So essen Sie sich gesund

Written by  menscore-body, Published in Good Food
Aus der ärztlichen Redaktion
 
So essen Sie sich gesund © Africa Studio - Fotolia.com

Was wir zu uns nehmen, beeinflusst unser Wohlbefinden. Wir zeigen Ihnen, welche Nahrungsmittel gezielt gegen zwölf häufige Beschwerden wirken. 

 

 

 

 

 

 

 

Rauben Ihnen Wadenkrämpfe den Schlaf? Sind Sie manchmal so blass wie eine Wand? Werden Sie immer mal wieder müde und haben Probleme, sich zu konzentrieren? Sind Ihre Haare kraftlos oder fallen Ihnen sogar aus? Haben Sie schon mal eine Asthma-Attacke bekommen und das Inhalationsspray vergessen? Oder werden Sie Sie von Muskelkater, Sodbrennen und Verstopfung gequält? Keiner von uns ist dagegen gefeit. Doch wer clever ist, plündert nicht die Hausapotheke, sondern den Obstkorb oder den Kühlschrank. Denn mit einem gezielten Griff zum richtigen Bissen können Sie die chemische Keule überflüssig machen. Sie müssen nur wissen, wie Sie das bekommen, was Ihnen fehlt.

 

Wadenkrämpfe

Ursache:

Eiweißreiche Diäten, entwässernde oder abführende Medikamente, hoher Alkoholkonsum und stark schweißtreibende Sportarten entziehen dem Körper Magnesium. Ein Mangel des Minerals erhöht die Krampfneigung. Er kann sich durch Kribbeln ankündigen.

Abhilfe:

Essen Sie mehr Fisch, Bananen, Vollkornprodukte, Bohnen, Nüsse und grünes Blattgemüse. Vor und nach dem Sport sollten Sie je eine Banane essen und ein Glas Mineralwasser trinken, das mehr als 100 Milligramm Magnesium pro Liter enthält.

 

Blasse Haut

Ursache:

Vornehm oder nicht – bei Blässe fehlt Ihnen wahrscheinlich Eisen. Normalerweise befinden sich im Körper rund vier Gramm Eisen. Drei Gramm davon in den roten Blutkörperchen. Bei Eisenmangel werden diese Sauerstofftransporteure knapp. Es kommt zu Blutarmut. Besonders gefährdet sind Vegetarier und Ausdauersportler. Auch versteckte Blutverluste im Magen-Darm-Bereich können dahinterstecken.

Abhilfe:

Reich an Eisen sind vor allem Äpfel, Kürbis, Tofu, Erbsen, Brokkoli, Austern und Vollkornbrot. Eisen aus Fleisch, Innereien und Fisch wird vom Körper am besten aufgenommen. Mit Vitamin C können Sie die Eisenaufnahme noch steigern. Ein frischer Salat zum mageren Steak und ein frisch gepresster Orangensaft sind gute Eisenlieferanten.

 

Karies

Ursache:

Der häufigste Auslöser ist Zucker. Er wird von Bakterien zu Säuren vergoren. Diese greifen den Zahnschmelz an, es entstehen Löcher. Alles was klebt – wie Kartoffelchips oder getrocknete Früchte – kann zu Belägen führen, in denen Bakterien gedeihen.

Abhilfe:

Schwarzer Tee, Seefisch, Tomaten und Vollkornprodukte sind gut, weil ihr Fluorid Karies vorbeugt und beginnende Schäden stoppt. Äpfel entfernen mit ihren Cellulosefasern den Zahnbelag. Auch Käse zum Abschluss einer Mahlzeit schützt vor Karies. Käse liefert Calcium für die Zähne und regt den Speichelfluss an. Selbst Kaffee macht bissig: Tannin verhindert die Ausbreitung von Bakterien.

 

Haarausfall

Ursache:

Mitunter fahren fallen Haare starkem Fieber oder strengen Diäten zum Opfer. Eventuell lässt aber Jodmangel Ihre Schilddrüse untertourig arbeiten. Sind Sie zusätzlich lustlos, vergesslich, kälteempfindlich und leiden an Verstopfung, spricht einiges für eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Abhilfe:

Für Erwachsene werden mindestens 150 bis 300 Mikrogramm Jod am Tag empfohlen. In Deutschland werden aber durchschnittlich nur 30 bis 70 Mikrogramm aufgenommen. Essen Sie jodhaltige Nahrungsmittel wie Meeresfrüchte, Milchprodukte und Seefisch (dreimal wöchentlich). Verwenden Sie so oft wie möglich jodiertes Speisesalz.

 

Langsame Heilung

Ursache:

Heilen Ihre Wunden und Kratzer nur langsam, kann Zink fehlen Es ist ein essenzieller Bestandteil vieler körpereigener Enzyme, die am Immunsystem mitwirken. Zinkmangel wird durch Stufen und Querfurchen auf den Fingernägeln sichtbar. Vegetarier sind besonders gefährdet.

Abhilfe:

Tierische Nahrungsmittel sind die besten Quellen für Zink: Fleisch, Fisch, Krebse und Austern sowie Milchprodukte. Aber auch Bohnen, Tofu und Vollkorn liefern reichlich Zink. Bereits drei Scheiben Weizenvollkornbrot enthalten die empfohlene Tagesdosis von 15 Milligramm.

 

Muskelkater

Ursache:

Mechanische Überlastung und schlechtes Aufwärmtraining führen zu kleinsten Verletzungen der Muskelfasern, die Schmerzsignale auslösen.

Abhilfe:

Halten Sie immer Chilipfefferschoten bereit. Das scharfe Capsaicin der Chilis unterstützt die Heilung lädierter Muskelfasern. Dazu kommen die Reinigung der Lungen, die Verdünnung von Schleim, die Verflüssigung von Blut und die Schmerzlinderung.

 


 

 

 

 

Morgenmüdigkeit

Ursache:

Schichtarbeit, Stress, Lärm von der nahen S-Bahn-Strecke, ein verdorbenes Bier oder zu wenig Schlaf. Ihr Körper weigert sich, es mit dem hereinbrechenden Tag aufzunehmen.

Abhilfe:

Frühstücken Sie zweimal mit Müsli oder Haferbrei. Mit dem ersten Frühstück machen Sie den Start, mit dem zweiten verhindern Sie den vormittäglichen Durchhänger. Essen Sie dazu ein Fisch- oder Geflügel-Sandwich, Vollkornbrot mit Käse, Joghurt oder Nüsse. Darin sind die Eiweiße enthalten, die Ihnen die Müdigkeit nehmen. Koffein aus Kaffee, Tee oder Cola helfen.

 

Nierensteine

Ursache:

Fleischlastige Kost und chronischer Flüssigkeitsmangel können die Bildung von Steinen in den Nieren, den Harnleitern und in der Blase verursachen. In neun von zehn Fällen enthalten die Steine Calcium.

Abhilfe:

Weniger Fleisch, mehr Ballaststoffe, Obst und Gemüse. Deren Magnesium ist ein Gegenspieler von Calcium. Trinken Sie täglich zwei Liter magnesiumreiches und calciumarmes Wasser.

 

Schwere Atmung

Ursache:

Bei den unter Vierzigjährigen wird Asthma in neunzig Prozent aller Fälle durch eine Allergie verursacht. Bei älteren Menschen eher durch andere Lungenkrankheiten. Auch psychische Faktoren sind beteiligt.

Abhilfe:

Dreimal täglich Kaffee. Das senkt Schwere und Häufigkeit von Anfällen um bis zu dreißig Prozent. Koffein weitet die Bronchien und wirkt indirekt, weil es zu Theophyllin abgebaut wird, einem potenten Wirkstoff gegen Asthma. Auch Zwiebeln, fetter Fisch und scharfe Speisen helfen, denn sie öffnen die Atemwege.

 

Verstopfung

Ursache:

Bewegungsmangel, Übergewicht, mangelnde Flüssigkeitszufuhr, Stress, Bananen und Schokolade, ballaststoffarme Ernährung sowie Medikamente sind in etlichen Fällen schuld an einem Stau im Darm.

Abhilfe:

Früchte wie Pflaumen, Feigen, Aprikosen, Datteln (frisch oder getrocknet) wirken aufgrund der darin enthaltenen Stoffe Sorbit und Xylit abführend. Auch Pflaumen-, Holunder- und Sauerkrautsaft helfen beim Geschäft. Oder trinken Sie morgens nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes Wasser mit etwas Salz.

 

Harnstau

Ursache:

Eine altersbedingte Verschiebung im Hormonhaushalt lässt die Prostata wachsen. Sie engt die Harnröhre ein. Vom 60. Lebensjahr an droht Krebsgefahr.

Abhilfe:

Sind die Beschwerden neu oder hat Ihr Urologe Krebs ausgeschlossen, setzen Sie auf Asia-Kost: Reis, Vollkorn- und Sojaprodukte, Bohnen, Linsen, Erbsen, Leinsamen, Kürbiskerne und Tee enthalten Phytoöstrogene, die dem Wachstum der Prostata Einhalt gebieten.

 

Sodbrennen

Ursache:

Übergewicht, Stress, Alkohol und Nikotin schwächen den Speiseröhrenschließmuskel. Die Magensäure steigt in die Speiseröhre, greift deren empfindliche Schleimhaut an. Daher das Brennen hinterm Brustbein.

Abhilfe:

Trinken Sie Kamillen-, Fenchel- oder schwarzen Tee. Essen Sie Leber, Fisch und Eier, Möhren und grüne Blätter. Ihr Vitamin A schützt die empfindlichen Schleimhäute.