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Geändert am: 08. August 2014

Fiese Stecher - Mücken, und was gegen sie hilft

Written by  Sigrun Friederike Priemer, Published in Allgemeines
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Fiese Stecher - Mücken, und was gegen sie hilft © adrenalinapura - Fotolia.com

Sie nerven beim Grillabend und im Biergarten, und mit ihrem hohen Summton halten sie einen vom Schlaf ab: Mücken. Die Stiche der akustischen Nervensägen jucken, bilden Quaddeln und können zu Entzündungen führen. Wie Sie sich wehren, lesen Sie hier.

 

 

 

 

Mückendämmerung

Am aktivsten sind Mücken in der Abenddämmerung und im Morgengrauen. Während das Mücken-Problem im Morgengrauen weniger Menschen betrifft, bekommen all diejenigen, die die schönen Sommerabende nicht in Innenräumen verbringen wollen, den Großteil der Stechattacken ab. Sie sehen Menschen schon aus einer Entfernung von 100 Metern, dieser Effekt wird durch dunkle Kleidung noch verstärkt. Und: sie nehmen das von uns ausgeatmete Kohlendioxid wahr. Da wir schlechterdings nicht auf das Atmen verzichten können, sind Mücken hier klar im Vorteil.

Wählerisch sind Mücken auch noch: sie mögen einige Menschen lieber stechen als andere, weil sie diese auch lieber riechen. Auf ihrer Hitliste ganz oben rangiert Fußschweiß, weswegen Fußgelenke und Beine besonders gerne gestochen werden. Aber auch von Parfum, stark riechendem Deo oder Duschgel fühlen sich Mücken angezogen.

 

Mückenschutz

Vorbeugung ist ja bekanntlich die beste Hilfe gegen Ungemach, diese Maßnahmen verringern den Mückenkontakt:

  • helle Kleidung, damit sie einen nicht sofort sehen,
  • weniger Parfum,
  • duftneutrales Duschgel und Deo,
  • saubere Socken und schweißfreie Füße und Schuhe;
  • nur tagsüber lüften, nicht in Abenddämmerung oder im Morgengrauen,
  • Wohnung: Insektenschutznetze an den Fenstern.

 

In der Apotheke gibt es Insektenabwehrmittel, die Sie besonders in Urlaubsregionen einsetzen können, und natürlich auch zu Hause.

 

Europa

In europäischen Ländern wird der Wirkstoff Icaridin empfohlen. Es ist beispielsweise in Autan Family, Autan Protection Plus Spray/Zeckenschutzspray, NoBite Sensitive und Parazeet Spray enthalten, geruchsmäßig eines der angenehmeren Mittel.

Wirkweise: Die Mücken werden chemisch vom Zustechen abgehalten. Das icaridinhaltige Spray wirkt je nach Konzentration, Temperatur und Schweißaufkommen allerdings unterschiedlich lange, so dass häufigeres Nachsprühen erforderlich sein kann.

 

Indien und andere Malariagebiete

Wenn Sie in Malariagebiete reisen, ist ein guter Mückenschutz unverzichtbar. Moskitos verbreiten Malaria und das ist eindeutig eine verzichtbare Erkrankung. Der Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) ist lange erprobt und hält Tag und Nacht aktive Stecher erfolgreich ab. Es duftet nicht gut, ist aber sehr wirksam.

Dennoch sollte der Geruch nicht der einzige Grund sein, warum man es sparsam anwenden sollte, sondern die Tatsache, dass DEET durch die Haut in den Blutkreislauf gelangen, und von dort aus zu Nervenschäden führen kann. Deshalb sollte DEET nicht mit Mitteln zusammen benutzt werden, die selbst leicht in die Haut eindringen, wie Ureacreme oder Salicylsäurecremes oder -salben.

Wenn es mit Sonnencreme kombiniert wird, immer die Sonnencreme zuerst auftragen, damit das DEET nicht einziehen kann. Der Sonnenschutz wird durch das DEET um bis zu einem Drittel verringert, muss also häufiger aufgetragen werden. Diese Antiinsektenmittel enthalten DEET: Anti Brumm Forte, Nobite Hautschutzgel/-spray und Parazeet Spray tropische Gebiete.

 


 

 

Die Alternative

Para-Menthan-3,8-Diol (PMD) hilft auch gegen Zecken. Es wirkt wie Icaridin, ist aber besser verträglich, weil es aus einem ätherischem Öl aus einer chinesischen Eukalyptusart gewonnen wird.   Es ist in diesem Mitteln enthalten: Anti Brumm Naturel, Insectfree Anti Insekten Gel, Insectfree Anti Mücken Spray und Insectfree Anti Zecken Spray.

Wichtig: Für alle Mittel gilt, dass sie nicht in der Nähe von Augen und Schleimhäuten aufgetragen werden sollten und auch nur auf gesunde Haut.

 

Naturmittel

Für Naturburschen gibt es die natürliche Mückenstichverhütung:

  • Lavendelöl an Hand- und Fußgelenken und als Parfümersatz,
  • Holzkugeln, getränkt in einer Mischung aus Lavendelöl, Nelkenöl und Zitronenöl sollen Mücken vom Einflug in die Wohnung abhalten,
  • Teebaumöl nehmen Mücken als stinkend wahr und bleiben lieber weg.

 

Behandlung

Hat die Mücke doch zugestochen, gibt es mehrere Möglichkeiten, sich zu helfen:

  • Reinigen der Stichstelle mit Alkohol oder Essig, um Entzündungen zu verhindern.
  • Auch wenn’s schwerfällt: Gegen den Juckreiz nicht kratzen, sondern Teebaumöl oder antihistaminhaltige- oder hydrocortisonhaltige Salben auftragen;
  • Das Gift deaktivieren: Das Mückengift ist ein Eiweiß, das ab 45°Celsius kaputt geht. Wasser ab 45 ° hilft. Mit einem Tuch oder Wattebausch die Stelle abtupfen oder einen heißen Löffel darauf drücken. Achtung: Nicht verbrennen.

Bei Entzündungen, geschwollenen Lymphknoten und Streifen unter der Haut, gehen Sie lieber gleich zum Arzt. Denn dann wird eine ärztliche Behandlung nötig.