Atemwege
Geändert am: 06. März 2014

Asthma - Gefährliche Atemnot

Written by  menscore-body, Published in Atemwege
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Asthma - Gefährliche Atemnot © Mirko Raatz - Fotolia.com

Nicht nur Allergien können Asthma auslösen: Auch Sodbrennen, Stress und kalte Luft reizen die Atemwege und führen zu den typischen Atemproblemen. Und alle Ursachen haben eines gemeinsam: sie können zu einem gefährlichen Asthma-Anfall führen.

 

 

Der Mechanismus beim Asthma ist – unabhängig von den Ursachen – immer gleich: Die Bronchien reagieren auf einen Reizauslöser, indem sie Heerscharen von Entzündungszellen mobilisieren. So wird wie bei der Allergie aber nicht nur mit Kanonen auf Spatzen geschossen, dieser Schuss geht auch nach hinten los: Auf Dauer schädigt die chronische Entzündung die Schleimhaut, diese wird noch empfindlicher. Botenstoffe aus dem entzündeten Gewebe bewirken, dass sich die Bronchialmuskulatur zusammenzieht und so die Atemwege verengt werden.

Diese Reaktion ist eigentlich ein natürlicher Abwehrmechanismus, um die Lunge vor reizenden Gasen oder Rauch zu schützen. Bei den Asthma-Patienten jedoch sind die Auslöser harmlos, und die Muskelreaktion ist viel zu stark, geradezu krampfartig.

Zusammen mit der vermehrten Schleimbildung behindern diese Reaktionen vor allem die Ausatmung, aber damit auch das Einströmen frischer Luft in die Lunge. Der Betroffene spürt Atemnot, hat Angst, oft sogar Todesangst. Die Sauerstoffkonzentration im Blut kann in schweren Fällen sinken, die von Kohlendioxid steigen. Die dadurch ausgeschütteten Stresshormone erhöhen aber den Sauerstoffbedarf, so dass man sehr leicht in einen Teufelskreis gerät, der auch tödlich enden kann. Besser ist es, ruhig zu bleiben, das Ausatmen zu erleichtern (siehe Erste Hilfe bei Asthma) und, falls greifbar, das Notfallmedikament zu inhalieren.

 

Die Ursachen sind vielfältig

Lediglich die Hälfte der Asthma-Erkrankungen bei Erwachsenen ist allergisch bedingt. Andere Ursachen sind Infekte der Luftwege, Nebenwirkungen von Schmerzmitteln, Zigarettenrauch, kalte Luft, Nebel oder Stress.

 

Erste Hilfe: Sofortmaßnahmen beim Asthma-Anfall

Festhalten: Im Stehen mit den Händen aufstützen – das erleichtert die Ausatmung.

Arme heben: Im Sitzen den Oberkörper aufgerichtet anlehnen, die Arme über den Kopf – auch das bringt Erleichterung.

Atem bremsen: Die Lippen locker aufeinanderlegen und gegen diesen leichten Widerstand langsam und gleichmäßig ausatmen – durch die Lippenbremse wird das Ausatmen zusätzlich erleichtert.

Sprühen: Falls ein Asthma-Inhalator (so genanntes Dosieraerosol) zur Hand ist, zwei bis vier Hübe inhalieren. Nach zehn Minuten ist keine Besserung eingetreten? Noch einmal zwei Hübe inhalieren und Kortison Tabletten (50 mg eines Glukokortikoid-Präparates) nehmen.

Lüften: Frische Luft hilft, wenn sie nicht kalt ist – sonst kann sie den Anfall verstärken.

Notarzt rufen: Ist es dann immer noch nicht besser und haben Sie kein Medikament zur Verfügung, holen Sie Hilfe.

Und: Wenn Ihnen die Luft wegbleibt, ist Panik das letzte, was Sie gebrauchen können.

 

Gegen Atemnot: Antiasthmatika

Wenn sich die Bronchien verengen, gibt es mehrere Abhilfen. Diese Medikamente wirken auf 3 Wegen, die abgestimmt durch den Facharzt parallel genutzt werden können. Fast alle Antiasthmatika werden auch gegen COPD eingesetzt.

  • Bronchodilatatoren erweitern die Bronchien. Man unterscheidet 3 Wirkstoffklassen: Betasympathomimetika, Anticholinergika, Theophyllin.
  • Entzündungshemmer sind vor allem Glukokortikoide (siehe oben), ein weiterer Wirkstoff (Montelukast) blockt entzündungsfördernde Leukotriene.
  • Schleimlöser (Expectorantia, Mukolytika, Sekretolytika) verflüssigen Schleim vor allem in den Bronchien, damit er leichter abgehustet werden kann. Oft genutzte Wirkstoffe: Acetylcystein, Ambroxol, ätherische Öle.