Bewegungsapparat
Geändert am: 31. Mai 2017

Schleimbeutelentzündung

Written by  menscore-body, Published in Bewegungsapparat
Aus der ärztlichen Redaktion
 

Ja, es gibt Schleimbeutel im Körper, und ja, sie können sich entzünden. Was Sie tun sollten, damit die Entzündung sich nicht auf umliegendes Gewebe ausbreitet oder chronisch wird.

 

 

 

Die Schleimbeutelentzündung ist die entzündliche Reaktion auf eine Reizung eines Schleimbeutels. Schleimbeutel befinden sich über Knochenvorsprüngen, wo sie als Puffer das Weichteilgewebe (Sehnen, Muskeln, Haut) vor mechanischer Belastung, z.B. Reibung, schützen. Besonders wichtig sind die Schleimbeutel an großen Gelenken (Schulter-, Ellenbogen- und Kniegelenk).

 

Symptome

Typisch sind Rötung, Überwärmung, eine tastbare Schwellung (durch Flüssigkeitsansammlung) und Schmerzen im betroffenen Gelenk und eine damit verbundene Bewegungseinschränkung.

 

Ursachen

Jede Sportart, bei der stumpfe Stöße und Stürze (Traumata) zur Ausübung dazu gehören, also von Fußball bis Kampfsport, kann eine Schleimbeutelentzündung, die so genannte Bursitis, als chronische Reaktion auf eine Einblutung nach sich ziehen. Die Gefahr bei einer Schleimbeutelentzündung besteht hauptsächlich darin, dass sie auf umliegendes Gewebe übergreifen kann.

 

Sofortmaßnahme / Selbsthilfe

Schonung und Kühlung, unter Umständen auch die Ruhigstellung des Gelenks für ein paar Tage können die Beschwerden lindern. Bleiben die Symptome bestehen, sollten Sie unbedingt einen Orthopäden aufsuchen, um mit einer zügigen Heilung auch Folgeschäden zu vermeiden.

Bei einer nicht behandelten Bursitis kann die Entzündung auf umliegende Gewebe übergreifen, insbesondere wenn sich zur mechanischen Entzündung auch noch eine bakterielle Infektion dazugesellt hat. Und: Es können auch benachbarte Gelenke in Form von Fehlbelastungen in Mitleidenschaft gezogen werden. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Versteifung des betroffenen Gelenkes kommen.

 

Diagnose

Art und Ausmaß der ausgeübten Sportart sowie die Beschwerden liefern schon gute Hinweise. Zur Bestätigung der Diagnose können außerdem Röntgenkontrastaufnahmen und Röntgenweichteilaufnahmen, aber auch die Sonografie und die Magnetresonanzuntersuchung beitragen.

 

Therapie

Schonung und Kühlung des betroffenen Gelenkes bleibt auch nach dem akuten Auftreten ein Muss. Entzündungshemmende Medikamente (so genannte nicht-steroidale Antirheumatika) unterbrechen den Reizzustand, reduzieren die Schmerzen und die Schwellung. Sind Bakterien an der Entzündung beteiligt, müssen Antibiotika eingenommen werden.

Dauert die Schleimbeutelentzündung zu lange an oder kehrt sie im selben Gelenk immer wieder (chronische Bursitis), kann die operative Entfernung des Schleimbeutels eine Option sein. Dies ist meist unproblematisch, weil die über dem Gelenk liegenden Weichteile sich der neuen mechanischen Situation anpassen können. Die OP kann in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Nach der Behandlung sollte das Gelenk weiter geschont und durch gezielte Krankengymnastik wieder langsam an Bewegung gewöhnt werden.

 

Vorbeugung

Gehen Sie einer sportlichen Betätigung nach, bei der Ihre großen Gelenke stark beansprucht werden, sollten Sie sich von einem Orthopäden beraten lassen, ob Sie Gelenkschoner benötigen.

 

 
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