Bewegungsapparat
Geändert am: 01. Oktober 2017

Abhilfe bei Gelenkschmerzen

Written by  menscore-body, Published in Bewegungsapparat
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Abhilfe bei Gelenkschmerzen © nandyphotos - Fotolia.com

Mit zunehmendem Alter beginnen die Knorpel zu versteifen, da die Produktion der sogenannten Gelenkschmiere abnimmt. Normalerweise sorgt sie als Gleitfilm auf den Gelenkflächen dafür, dass die Gelenke geschmeidig arbeiten. Bei Schmerzen und Gelenksteife ist Bewegung, auch wenn es paradox klingt, das beste Mittel. Die Gelenkschmiere braucht Bewegung, um verteilt zu werden und die Gelenke locker zu halten.

Arthrose und rheumatoide Arthritis

Bei einem Gelenk treffen zwei Knochen aufeinander. Das Ende jedes Knochens ist mit einem Knorpel überzogen, um ein Zusammenreiben der Knochen zu verhindern. Verschleißen die Knorpel nun, etwa durch den natürlichen Alterungsprozess oder aufgrund einer Verletzung, treffen die Knochen ungeschützt aufeinander und manchmal kann es dabei zum Abbrechen kleinerer Stücke kommen. Der Patient leidet in diesem Fall unter Arthrose. Es treten Beschwerden wie steife, geschwollene und schmerzhafte Gelenke auf. Es gibt Medikamente, die bei Schmerzen und Schwellungen Abhilfe verschaffen. Im Zweifel sollte aber immer ein Arzt konsultiert werden, um stärkere Behandlungsmethoden in Betracht zu ziehen.

Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine chronische Gelenkentzündung. Es kommt zu einer fortschreitenden Zerstörung der Gelenke, wodurch die Beweglichkeit eingeschränkt wird. Eine frühzeitige Behandlung ist hier wichtig, um größere Gelenkschäden zu vermeiden. Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um die häufigste chronisch entzündlich-rheumatische Erkrankung überhaupt. Allein in Deutschland gilt etwa ein Prozent der Bevölkerung als betroffen.

Weitere Formen von Arthritis sind etwa die Gicht oder die infektiöse Arthritis.

 

Weitere Gelenkbeschwerden

Relativ weit verbreitet ist auch die Fibromyalgie. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung der Muskulatur und der Sehnenansätze, die zu Schmerzen in diesen Bereichen führt. Hinzu kommt eine erhöhte Druckempfindlichkeit an den Schmerzdruckpunkten. Weitere Symptome können Schlaf-, Stimmungs- und Gedächtnisprobleme sein. Bei der Fibromyalgie kommt es nicht zu einer Schädigung der Gelenke, wie es bei der Arthritis der Fall ist. Eine grundsätzliche Heilungsmethode gibt es zwar nicht, jedoch kann der Schmerz gelindert werden, um dem Betroffenen zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.

Probleme können sich auch durch die Überbeanspruchung der Gelenke ergeben. Eine Folge kann eine Schleimbeutelentzündung sein, die sich akut oder chronisch äußern kann. Schleimbeutelentzündungen treten zudem nicht nur bei Überbeanspruchung der Gelenke, sondern auch bei Infekten oder Verletzungen auf. Besonders betroffen sind die Bereiche von Schulter, Knie, Ellenbogen und Hüfte. Bei einem Schleimbeutel handelt es sich um ein kleines Gewebesäckchen, gefüllt mit Gelenkschmiere. Sie dienen außerdem als Druckpolster für die Gelenke und Knochenvorsprünge. Kommt es zu einer Entzündung, füllt sich das Gewebesäckchen immer mehr mit Flüssigkeit, bis es so prall gefüllt ist, dass Schmerzen entstehen.

Eine übermäßige Beanspruchung kann zudem zu Sehnenentzündungen führen, häufig an Handgelenken und Unterarmen. Gründe können einseitige Bewegungsabläufe oder eine Überbelastung, zum Beispiel beim langen Arbeiten am PC, sein. Ist die Sehnenentzündung noch nicht weit fortgeschritten, sollte die betroffene Körperstelle gekühlt und geschont werden. Auch ein Stützverband kann für Entlastung sorgen.

 

Gelenke und die Wetterfühligkeit

Es ist nicht wirklich bewiesen, wie der Zusammenhang entsteht. Doch viele Betroffene stellen fest, dass sich Gelenkschmerzen verschlimmern, wenn sich das Wetter ändert. Vor allem wenn der Luftdruck fällt, sind Intensivierungen der Schmerzen festzustellen.

 

Immer in Bewegung bleiben

Je mehr Gelenke bewegt werden, umso weniger besteht das Risiko, dass sie steif werden. Intensive Sportarten sind dafür gar nicht nötig. Auch ein Spaziergang reicht schon aus. Die Muskeln werden gestärkt und können die Gelenke so besser schützen. Sollten die Gelenke am Morgen unter Steifheit leiden, kann eine heiße Dusche Abhilfe schaffen. Der Blutfluss wird angeregt, was zu einer Lockerung der Muskeln führt. Auch Hitze-Pads aus der Apotheke können hier hilfreich sein, um bestimmte Körperstellen gezielt aufzuwärmen, zu lockern und damit den Schmerzkreislauf zu durchbrechen. Schwellungen lassen sich hingegen gut mit Kälte behandeln. Durch die Kälte verengen sich die Blutgefäße, wodurch der Bluteinfluss verlangsamt wird. Ice-Packs sollten jedoch nicht direkt auf die Haut gelegt werden. Besser ist es, sie zuvor in ein Handtuch einzuwickeln.

Im Zweifel sollte aber immer ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich plötzliche Schwellungen bemerkbar machen, große Schmerzen bestehen, es zu einer Verletzung kam oder das Gelenk Deformierungen aufweist.

 

 
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