Kopf, Augen & Ohren
Geändert am: 06. März 2014

Entzündung im Mund

Written by  menscore-body, Published in Kopf, Augen & Ohren
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Entzündung im Mund © dundanim - Fotolia.com

Verbirgt sich auch hinter Ihrem Lächeln eine Höhle des Grauens? Sind Mund und Zunge entzündet, von Pilzen und Viren befallen? Machen die Weisheitszähne einen faulig riechenden Atem? Was hilft, lesen Sie hier bei Menscore-Body. 

 

Die Mundhöhle

Die Mundhöhle wird nach außen durch die Wangen und Lippen, gegen den Nasenraum durch den harten und weichen Gaumen und nach unten durch den Zungenboden begrenzt. Auch Kiefer und Kiefergelenke sowie die Zähne gehören zu diesem System, das nicht nur funktionelle Aufgaben erfüllt wie die Nahrungsaufnahme oder die Sprachbildung, sondern auch Geschmacksempfindungen ermöglicht, eine individuelle Stimme verleiht, ein Lustorgan darstellt und darüber hinaus das Aussehen und die Mimik prägt. Die in die Mundhöhle mündenden Speicheldrüsen tragen mit Ihrer Flüssigkeit zum Verdauungsvorgang und zur Reinigung der Mundhöhle bei, in der Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen im ökologischen Gleichgewicht leben.

Mundschleimhaut und Zungenbelag sind ein Spiegel des körperlichen Zustands. Veränderungen können z.B. auf Leber- oder Magen- Darm-Erkrankungen hinweisen, auf Diabetes sowie auf Erkrankungen der blutbildenden Organe. Auffällige Veränderungen an Mundschleimhaut und Zunge sollten immer ein Grund sein, den Arzt bzw. Zahnarzt aufzusuchen.

Einige der gängigsten Malessen können wir aber auch leicht selbst erkennen.

 

Aphthen

  • Symptome: äußerst schmerzhafte runde Stellen auf der Lippeninnenseite und der Wangenschleimhaut mit einem hellen Zentrum und rotem Vorhof.
  • Ursachen: vermutlich Virusinfektion. Die gute Nachricht: fast jeder hat das Virus im Körper. Die schlechte: Sie werden nur aktiv, wenn das Immunsystem angeschlagen ist, etwa durch Stress.
  • Vorbeugung: nicht möglich.
  • Selbsthilfe: Stressvermeidung, Entspannungsübungen und Auftupfen von Myrrhe-Tinktur (gibt’s preiswert in Apotheken) mit Wattestäbchen auf die Läsion. Das ist zwar ein bisschen unangenehm, aber bei konsequenter Anwendung verschwinden die Stellen nach wenigen Tagen. Auch Salben aus Melisseblättern (z.B. Lomaherpan®) oder Polydimethylsiloxan, sowie Salviathymol® haben sich in der symptomatischen Behandlung bewährt.
  • Treten ständig viele Aphthen (mehr als sieben auf einmal) im Mund auf, sollte der Magen-Darm-Spezialist (Gasteroenterologe) aufgesucht werden, da sich dahinter auch ernsthafte Erkrankungen des Darmes wie die geschwürige Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa) oder die Crohnsche Krankheit (Morbus Crohn, Ileitis terminalis) verstecken können.

 

Soor

  • Symptome: weißlicher Belag auf der Mundschleimhaut. Wird der Belag auch nur vorsichtig abgewischt, kommt es zu leichten Blutungen der Schleimhaut darunter.
  • Ursache: eine Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans, der normalerweise als 'harmloser' Schmarotzer in der Mundhöhle vorkommt, bei geschwächter Abwehrkraft aber schwere Erkrankungen auslösen kann.
  • Vorbeugung: Nehmen Sie Antibiotika nur ein, wenn Sie speziell welche gegen eine bakterielle Infektion verschrieben bekommen haben. Wenn Sie Asthma haben und deswegen Cortison inhalieren müssen, sollten Sie nach jedem Inhalieren den Mund kräftig mit Wasser ausspülen.
  • Selbsthilfe: Ist leider nicht möglich. Gehen Sie so bald wie möglich zum Zahn- oder Hautarzt. Dieser wird Ihnen ein entsprechendes Pilzmittel verschreiben.

 


 

 

Zunge

Die Zunge ist ein Muskelkörper mit vielseitigen Funktionen: So ist sie zum einen ein Tastorgan, das durch seine Muskelkraft entscheidend am Herunterschlucken der Nahrung beteiligt ist. Außerdem ist sie wichtig für den Saugakt und die Sprache. Zum anderen ein vielfältiges Geschmacksorgan, das in die Zungenspitze, den Zungenkörper und den Zungengrund oder -wurzel unterteilt ist und beim gesunden Menschen eine blassrote Farbe hat. In Ihrer Schleimhaut befinden sich zahlreiche Drüsen und Geschmacksknospen sowie andere Papillen. Die Zungenoberfläche bietet vielen Arten von Bakterien ein ideales Milieu (warm, feucht, dunkel und viel Nahrung). Beim Sprechen und Kauen werden die vorderen zwei Drittel und ein Großteil der Seitenränder durch mechanischen Druck und das Reiben an Gaumen und Zähnen ständig 'natürlich' gereinigt.

 

Entzündungen der Zunge

  • Symptome: Die Zunge schwillt an, brennt und schmerzt, wird glatt und dunkelrot.
  • Ursachen: schlecht sitzende Prothese, Alkohol, Tabak, Mundwasser, Diabetes, Allergien, psychische Ursachen, Vitamin B- oder Eisenmangel, reduzierter Speichelfluss.
  • Vorbeugung: Vermeiden von Kontakt mit Reizstoffen (Alkohol und Tabak) und gründliche Mundhygiene. Auch die Zungenoberfläche sollte ab und zu mit speziellen Zungenreinigern oder der Zahnbürste vorsichtig gereinigt werden.
  • Selbsthilfe: Spülungen mit Salbei- oder Kamillentee. Sind die Beschwerden hartnäckig, lassen Sie zunächst den Hausarzt einen Blick darauf werfen. Er kann dann einen eventuellen Eisenmangel oder andere zugrundeliegende Erkrankungen abklären.

 

Weisheitszähne

Auch Weisheitszähne können Beschwerden verursachen: Häufig treten Entzündungen der Zahnfleischtaschen bzw. –lappen in der unmittelbaren Umgebung des betreffenden Weisheitszahns nach dem Durchbruch auf.

Gelegentlich schieben sie die anderen Zähne zusammen, da sie in Kippstellung durchbrechen. So kann es zu einer Fehlstellung der Frontzähne kommen, die einerseits ein ästhetisches Problem darstellt, andererseits aber auch aus hygienischer Sicht unerwünscht ist. Schließlich können verschobene, gekippte oder gegeneinander versetzte Zähne nicht so gründlich gereinigt werden.

Übrigens sind Fehlstellungen – bedingt durch die Weisheitszähne – ein wichtiger Risikofaktor für das Zähneknirschen. Da man bei verschobenen Zähnen den Kiefer nicht mehr richtig schließen kann, versucht der Körper die hervorstehenden Teile der Zähne wegzureiben, um einen vollständigen Kieferschluss zu ermöglichen. Die Folge: verkürzte Frontzähne, dunkle Schneidekanten (das Zahnbein schimmert durch) und optisch ein Eindruck abgenutzter Zähne, die das Lächeln älter aussehen lassen. "Zusätzlich bestehen jedoch immer weitere Co-Faktoren, wie z.B. Stress, Überlastung, emotional angespannte Situationen, welche das Knirschen provozieren können", sagt Dr. Lutz Laurisch, Zahnarzt und Prophylaxe-Experte in Korschenbroich.

 

Tipp: „Weisheitszähne bilden meistens – insbesondere, wenn sie problematisch durchbrechen – Schmutznischen, regelrechte Herde für Karieskeime. Von hier aus werden ständig große Mengen an Keimen in die Mundhöhle abgegeben“, so Experte Laurisch. Sie können sich daher in einem solchen Fall guten Gewissens von ihnen trennen, um langwierige, kostenintensive Behandlungen, Karies und Parodontose oder eine Abnutzung Ihrer Zähne zu vermeiden. "Wenn sich die Weisheitszähne aber regelrecht im Kiefer einstellen und keinerlei Probleme verursachen, besteht in der Regel auch keine Veranlassung, sie herauszunehmen", rät Zahnarzt Dr. Laurisch. Und selbst wenn sie wegen Problemen doch herausgenommen werden müssen; keinesfalls geht es danach mit Ihrer Weisheit bergab... Bei etwa jedem Vierten bleiben diese Plagegeister ohnehin aus, weil sie entweder gar nicht angelegt sind oder aus Platzmangel nicht durchbrechen können.