Kopf, Augen & Ohren
Geändert am: 06. März 2014

Stresskiller mit Sofortwirkung

Written by  menscore-body, Published in Kopf, Augen & Ohren
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Stresskiller mit Sofortwirkung © Maksim Samasiuk - Fotolia.com

Egal, ob Sie gerade akut unter Druck sind, oder unter Dauerstress und seinen krankmachenden Folgen leiden - hier finden Sie Soforthilfe für jede Art von Stress.

 

 

 

 

 

Stress ist positiv, wenn er vor Feierlichkeiten, Auszeichnungen oder neuen Herausforderun­gen auftritt, die Sie gerne angenommen haben, aber ein Krankmacher, wenn trotz ständigen Zeit- und Leistungsdrucks und hohem Arbeitsaufwand der angestrebte Erfolg ausbleibt. Unterdrückter Ärger und Wut, geringe Kontrolle zu Hause und am Ar­beitsplatz, Umzug, Krankheit oder gar Todesfall in der Familie - das ist Stress pur.

 

Das richtet Stress in Ihrem Körper an:

Das Gehirn erkennt die Ausweglosigkeit der Situation und tut das, was er seit Urzeiten tut: Er bereitet alle Organe auf die "sportliche" Bewältigung vor - Abhauen! Zwar können wir heute nicht mehr das Büro fluchtartig verlassen, weil uns jemand kurz vor Feierabend noch einen Stapel Arbeit auf den Tisch gelegt hat, aber das Ge­hirn hat seine eigenen Gesetze:

  • Es veranlasst die Ausschüttung der Stresshormone Cortisol und Noradrenalin. Das No­radrenalin aktiviert Herz und Kreislauf, es werden verstärkt die überlebenswichti­gen Organe (Herz, Gehirn und Muskulatur - zum Weglaufen) durchblutet.
  • Die Fortpflanzungsorgane sind nicht überlebenswichtig; ihre Durchblutung sinkt, die Testosteronbildung wird gedrosselt, und in der Folge werden Potenz und Sper­mienreifung gestört.
  • Atemfrequenz und Herzschlag nehmen zu und gleichzeitig steigt der Blutdruck in den Adern wie beim Zusammendrücken eines Gartenschlauchs. Damit steigt auch der Grad der Wachheit, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Dafür werden Sie aber reizbarer und bekommen Schlafstörungen.

 

Folgen von Dauer-Stress

  • Kopfschmerz und Schwindel, Herz-Kreislauf-Störungen bis hin zu Herzinfarkt oder Schlaganfall durch hohen Blutdruck
  • Chronisch hoher Blutdruck
  • Verlust des Sexualtriebs, vorzeitigem oder verzögertem Samenerguss und Un­fruchtbarkeit
  • Verdauungsprobleme durch die Minderdurchblutung des Magen-Darm-Trakts
  • Unter negativem Dauer-Stress bricht durch ein Zuviel an Cortisol das Immunsy­stem zusammen, die Abwehrzellen (T-Lymphozyten, B-Lymphozyten und Killerzel­len) werden erst in ihrer Funktion geschwächt, später nimmt ihre Anzahl ab. Damit geht dem Körper die Fähigkeit Fieber zu erzeugen verloren. Es kommt zu häufigen Atemwegs- und sonstigen Infektionen, die dann nicht mehr ausheilen. Chronisches Müdigkeitssyndrom mit Leistungsminderung, Autoimmunerkrankungen und sogar schwächere Abwehr gegen Krebszellen und damit stärkere Anfälligkeit für Krebser­krankungen sind weitere Folgen.
  • Bei Stress wird viel Noradrenalin verbraucht, kann aber nicht so schnell wieder hergestellt werden. Die Folge ist Erschöpfung mit hohem Gesundheitsrisiko: So erleiden zwei Drittel aller Herzinfarkt-Patienten ihren Infarkt, wenn sie ruhen oder schlafen. Häufig ist auch der Asthma-Anfall nach Feierabend oder die "Wo­chenendmigräne". Da nun auch Cortisol im Blut vermindert ist, werden einige Men­schen anfällig für Allergien und Autoimmunerkrankungen.

 


 

 

 

 

Stresskiller mit Sofortwirkung:

  • Ein verspannter Nacken ist eins der ersten Zeichen für Stress. Diese beiden Übungen entspannen:

Entspannungsübung Nummer eins: Greifen Sie mit der rechten Hand über Ihren Kopf und fassen Sie Ihren Hals knapp unter Ihrem linken Ohr. Nun ziehen Sie Ihren Kopf sanft zur rechten Schulter hin und bleiben sie einen Moment so. Das gleiche tun Sie nun mit dem linken Arm.

Nummer zwei: Verschränken Sie die Hände hinter Ihrem Kopf und drücken Sie den Kopf langsam zu Ihrem Brustkorb hin, bis es nicht weiter geht. Bleiben Sie etwa 30 Sekunden in dieser Position. Dann neigen Sie den Kopf gegen den Widerstand Ihrer Hände nach hinten, bis Sie die Decke über sich sehen.

 

  • Gestresste nehmen schnell eine schlaffe Haltung an. Das behindert die Atmung und den Blutfluss und verstärkt das Gefühl der Hilflosigkeit. Sitzen Sie aufrecht/ stehen Sie gerade mit durchgedrücktem Rücken und zurückgezogenen Schultern. Die At­mung wird sich bessern, Ihr Gehirn mehr Sauerstoff bekommen. Und die Welt sieht gleich anders aus.
  • Stellen Sie sich öfter mal ans offene Fenster und atmen Sie tief durch.
  • Halten Sie die Luft an! Ein tiefer Atemzug, die Luft anhalten und die Hände auf Brusthöhe ca. fünf Sekunden gegeneinander drücken. Dann langsam durch den Mund ausatmen und gleichzeitig die Hände entspannen. Damit können Sie Dampf ab­lassen.

 

Stresskiller mit Langzeitwirkung

  • Reagieren Sie sich durch Sport ab. Studien zufolge kann eine halbe Stunde Sport (egal, ob Fitness, Gewichtheben oder Fußball) die Anspannung im Körper sofort abbauen. Je stärker der Stress, desto mehr kann körperliche Aktivität entspannen: verspannte Muskeln werden gelockert, die Laune bessert sich, Ängste und Depressionen nehmen ab.
  • Soziale Unterstützung und Geborgenheit können stressbezogene Krankheiten redu­zieren und manchmal sogar verhindern. Studien ergaben, dass Verheiratete nur halb so oft krank werden wie Alleinle­bende und nur halb so lange im Krankenhaus liegen.
  • Reden Sie über Ihre Sorgen! Mehrere Studien zeigen, dass eine emotionale Auseinan­dersetzung mit belastenden Ereignissen durch Stärkung der Immunkräfte einen po­sitiven Effekt auf die Gesundheit hat.
  • Suchen Sie sich ein Hobby für den Ausgleich. Allerdings sollte es etwas sein, das nichts mit Ihrem Job zu tun hat.
  • Beachten Sie die "20-Prozent-Regel": Amerikanische Wissenschaftler raten, für alles, was Sie vorhaben, 20 Prozent mehr Zeit einzuplanen, als Sie zu benö­tigen glauben. Halsen Sie sich nicht mehr Arbeit und Termine auf, als Sie schaffen können. So vermeiden Sie Enttäuschungen, Frust und Stress.
  • Listen Sie Ihre Arbeit nach Priorität auf. Beginnen Sie die zweite Sache erst, wenn Sie die erste beendet haben. Schieben Sie Entscheidungen nicht ständig vor sich her.
  • Anschaffungen wie ein teures Auto, oder ein Urlaub, für den Sie sich ein ganzes Jahr krumm machen müssen, stehen möglicherweise nicht im Verhältnis zu dem, was Sie außer Geld dafür aus- bzw. aufgeben: Ihre Gesundheit.
  • Denken Sie positiv und Sie bleiben jung! US-Studien haben ergeben, dass optimistische Menschen länger leben.
  • Schlafen Sie ausreichend. Denn je mehr Sie schlafen, desto mehr wird im Gehirn das Hormon Melatonin gebildet, ein regelrechtes „Entstress-Hormon“.

 

 
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