Haut & Haare
Geändert am: 06. März 2014

Das geht unter die Haut

Written by  menscore-body, Published in Haut & Haare
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Das geht unter die Haut © olly - Fotolia.com

Unsere Haut hat einen eigenen Sinn für Humor. Und in konsequenter Boshaftigkeit schlägt sie mit ihren kleinen, sadistischen Gags genau dann zu, wenn wir besonders gut aussehen wol­len. Mit diesen Tipps haben Sie trotzdem gut Lachen. 

 

Sie haben sich in Schale geworfen. Eine be­stechende Kombina­tion aus Jackett und Hose, ein taufrisches Hemd, die Accessoires stimmen ebenso wie der dezente teure Rasierwasser-Duft. Aber Ihre Haut hat heute keine Lust auf dieses Spiel: Trocken und schlaff hängt die Mundpar­tie durch, und um die Augen herum schlägt die Haut Falten wie ein schlecht gebügeltes Hemd. Als Krönung des Ganzen entdecken Sie im Spie­gel, dass die Schultern Ihres dunklen Jacketts bereits von Schuppen übersät sind. Eilig aufge­tragene Feuchtigkeit-Cremes können der müden Hülle oberflächlich etwas auf die Sprünge hel­fen. Wer aber seiner Haut auf längere Sicht et­was Gutes tun will, der sollte sich seinen Speise­plan vorknöpfen - und ihn möglicherweise um­stellen. Denn einige Nahrungsmittel können der Haut ihre Lau­nen austreiben.

Oft vergessen wir, dass die Haut nicht nur eine wasserdichte Hülle des Körpers, ein Regenmantel und Sonnenschirm ist, sondern ein eigenständiges, höchst aktives Or­gan. Eine reine, glatte Haut ist Symbol Nummer eins für At­traktivität.

Für eine gesunde Haut besonders wichtig sind regelmäßige Pflege, die Vermeidung übertriebener Hygiene sowie von Nikotin und übermäßigem Alkoholgenuss, und eine ausgewogene Ernährung.

 

Schichten schieben für den Körper

  • Mit fast zwei Quadratmetern ist die Haut unser größtes Organ. Sie besteht im Wesentli­chen aus drei Schichten: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut.
  • Die äußerste Schicht, die Oberhaut, erneuert sich alle vier Wochen. Dabei produzieren ihre Keimzellen neue Zellen, die zur Hautoberfläche wachsen und dort verhornen.
  • Darunter liegt die Lederhaut, die die Oberhaut mit Nährstoffen versorgt. Sie besteht aus Bindegewebe, Schweiß- und Talgdrüsen, Blutgefäßen, Muskelfasern und Nerven­bahnen für die Schmerz-, Druck-, Wärme- und Kälteempfindung.
  • Die Unterhaut setzt sich aus Fettgewebe, Bindegewebe, Blut- und Lymphgefäßen sowie Nervenbahnen zusammen.

 

Fulltime-Job zwischen Innen und Außen

Die Haut hat eine ganze Reihe von Aufgaben zu erfüllen:

  • Fett und Feuchtigkeit als "Polster" gegen mechanische Einwir­kungen wie Reiben, Zerren, Druck und Schläge speichern.
  • Einen Säuremantel als Schutzfilter gegen viele Krankheitserreger bilden.
  • Tiefere Hautschichten vor UV-Strahlung schützen; Bei Sonneneinstrahlung verdickt sich zum einen die Hornschicht, zum anderen bilden Pigmentzellen Mela­nin, den Bräunungsfarbstoff, der die Zellen vor schädigenden Sonnenstrahlen schützt.
  • Die Körpertemperatur regulieren: Bei Hitze oder körperlicher Anstrengung sor­gen die Schweißdrüsen für die Kühlung der Haut. Und bei Kälte ziehen sich die Mus­kelfasern zusammen, die Hautoberfläche wird kleiner. Der Effekt: Die Haut gibt weni­ger Wärme ab.
  • Apolipoprotein E, das den Fettstoff Cholesterin beeinflusst, produzieren.
  • Unter Einwirkung der Sonne bildet die fleißige Hülle Vitamin-D-Vorstufen, die auf den Kalziumhaus­halt und den Knochenbau wirken
  • Den Körper vor dem Austrocknen schützen. Ohne diese Barrierefunktion würde der Kör­per ungehemmt Flüssigkeit verlieren.
  • Zellen für die Immunabwehr beherbegen: Fresszellen (Makrophagen), die alles verschlingen, was nicht in die Haut gehört - von Bakterien bis hin zu Holzsplittern -, sowie die beiden Stoffe Interleukin und Interferon, die Viren am Angriff auf men­schliche Zellen hindern und gegen Krebswachstum schützen

 


 

Für reine Haut sorgen

Wie eine körpereigene Müllverbrennungsanlage entsorgt der Dickdarm Giftstoffe. Falls es ihm aber zu viel wird, oder er etwas träge arbeitet, gelangen Abfallprodukte in die Blutbahn. Von dort werden sie an die Haut weiter­gereicht, wo sie unter Mitwirkung von Androgenen als Pickel oder andere Hautunreinheiten auftauchen können.

 

Was hilft:

Damit der Dickdarm seine Aufgaben nicht auf die Haut abwälzt, sollten Sie pro Tag zwei bis drei Liter Wasser trin­ken. Zum ande­ren sollte der Dickdarm mit Ballaststoffen auf Trab gehalten werden. Besonders reich daran sind Ge­müse, Voll­kornprodukte, Weizenkleie und Sauerkraut, die die Darmtätigkeit ankur­beln und damit die Haut als Entgiftungsorgan entlasten.

Deshalb gelten Ballaststoffe als "Putz- und Schutzelemente" im Darm. Sollte Ihr Darm aber einen zusätzlichen Kick benötigen, dann geben Sie ihm zweimal täglich einen Teelöffel Leinsa­men.

 

Auch diese Nährstoffe haben sich als Hel­fer gegen unreine Haut (Pickel, Mites­ser und Akne) erwiesen:

  • Vitamin A (in Milchprodukten, Eiern und Fischöl);
  • der Vorläufer des Vitamins A, das Betakarotin, aus dem der Körper dann Vitamin A herstellt (besonders reich an Betakarotin sind Karotten, Spinat, Salat, Tomaten, Oran­gen und Paprika);
  • Vitamin-B-Komplexe, die aus den einzelnen Vitaminen B2, B5 und -6 bestehen (in Eiern, Nüssen, Vollkornprodukten, Blattgemüsen, Fisch und Milch);
  • Vitamin E (in kaltgepressten Pflanzenölen, Sa­men, Nüssen, Soja, Vollkorn und grü­nem Blatt­gemüse) und
  • Zink (in allen Vollkornprodukten, in Weizen­kleie, Fisch und Schalentieren).
  • Diese Nährstoffe beugen allesamt fettiger Haut und der Entstehung von Mitessern vor. Beson­ders Zink ist wirkungsvoll gegen Akne.

 

Was schadet:

Sie können Ihre Haut vor Unrein­heiten schützen, indem sie die Menge der Gift­stoffe, die mit dem Essen aufgenommen werden, reduzieren. Nahrungsmittel, die es zu mei­den gilt, sind Zucker, Koffein, Alkohol und künstli­che Le­bensmit­telzusätze wie künstliche Aromastoffe, Konservierungsstoffe und Farbstoffe.

 

Tipp:

Trinken Sie Heilkräuter-Tees (zwei bis drei Tassen täglich, ungesüßt):

  • Brennnessel-Tee: Unterstützt die Entschlackung
  • Kamillen-Tee: hilft auch gegen Schuppen
  • Quecke-Tee: Hilft dem Stoffwechsel und gegen Akne

 

Austrocknung verhindern

Das häufigste Hautproblem ist ihre Trockenheit. Sie schuppt, juckt und sieht welk aus. Und weil Feuchtigkeitscremes meist nur kurzfristig helfen kön­nen, ist die beste Lösung immer noch, die Haut dauerhaft von innen her mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Die oberste Hautschicht wird ständig abgenutzt. Um diesen Verlust wieder wettzuma­chen, wan­dern die Zellen der Schicht darunter langsam an die Oberfläche. Dabei ver­lieren sie nach und nach ihren Feuch­tigkeitsgehalt, mit dem Ergebnis, dass die Haut trocken und rau wird.

Doch was ist der Stoff, der die Haut glatt und geschmeidig macht? Wissenschaftler ha­ben entdeckt, dass ein Mangel an essentiellen Fett­säuren die Hautzellwände aufweicht und beschädigt. Essentielle Fettsäuren braucht die Haut dringend, kann sie aber nicht selbst produzieren. Fehlen sie, verliert die Haut ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu spei­chern.

 

Was hilft:

Eine gezielte Ernährung mit gesunden Fetten verhilft trockener Haut zu natürlicher Feuchtigkeit. Überdurchschnittlich viel dieser hautfreundlichen mehrfach ungesät­tigten Fettsäu­ren, insbesondere Omega-Fettsäu­ren und Gamma-Linolensäure, finden sich in kaltgepressten Pflanzenölen wie Oli­venöl, in fetthaltigem Fisch (Forelle, Lachs, Thunfisch und Ma­krele) und in Sesam, Kürbis- und Sonnenblumenkernen.

 

Was schadet:

Häufiges Waschen und Sonnenbäder trocknen die Haut zusätzlich aus. Genießen Sie den Sommer möglichst gut beschirmt und übertreiben Sie´s nicht mit der Hygiene. Normale Seifen und Schaumbäder sind für Sie tabu. Tägliches Duschen kann auf Dauer sogar die unempfindlichste Haut austrocknen. Der Säureschutzmantel - ein Film aus Talg, Hornschuppen und Feuchthaltefaktoren  - wird so zerstört. Statt in der Trockensauna zu schwitzen, die der Haut viel Feuchtigkeit entzieht, ist für Sie ein Dampfbad besser. Dort ist die Luftfeuchtigkeit besonders hoch - das ist genau, was Sie brauchen.

 

Tipp:

Gegrillter oder gebeizter Lachs mit Salat in einem Oliven­öl Dressing, das Ganze mit Se­sam bestreut, wäre also die ideale Mahlzeit für jemanden, der trockene Haut hat.

 


 

 

Schuppen aushungern

Wie überall am Körper, so schälen sich auch die Zellen der Kopfhaut langsam ab. Bei Schuppen jedoch wird dieser Schälprozess übertrieben: Hautflocken, die zwischen 20- und 50mal so groß sind wie normale Hautzellen, rieseln dann vom Kopf. Besonders häufig ist der Hefepilz namens Pityrosporum schuld. Er campiert normaler­weise bei allen Erwachsenen auf der Kopfhaut. Schuppen löst er aber erst aus, wenn er sich zu stark vermehrt - und das ist immerhin bei jedem dritten Mann der Fall. Daher gilt es, dem Pilz im Körperinneren den Nährboden zu entziehen.

 

Was hilft:

Essen Sie mehr von dem, was dem Hefepilz nicht schmeckt: Trinken Sie mehrmals täglich Kamillentee – ohne Zucker - und essen Sie Vollkornprodukte, Keimlinge, Brokkoli, Pilze und Spinat. Alle liefern reichlich Vitamin B2, das die Schuppenbildung verhindert. Am besten wirkt B2 im Verbund mit Vitamin B6, das in Bananen, Avocados und Kartoffeln steckt.

 

Was schadet:

Eine "Hefeinfektion" der Kopfhaut bedeutet, dass Sie zu viel Hefe speichern. Um das starke Wachstum der Hefe im Körper einzudämmen, ist es nötig, sie re­gelrecht auszuhungern. Sie gedeiht besonders gut, wenn sie mit viel Zucker, Alko­hol, Obst und raffinierten Kohlenhydraten wie Weißbrot, wei­ßem Reis und wei­ßen Nudeln gefüttert wird. Folglich lässt eine Ernährung ganz ohne Zucker und Alkohol und weniger süßem Obst und raffinierten Kohlenhydraten die meisten Hefepilze abster­ben. Bald wird sich der Zustand Ihrer Kopfhaut deutlich verbessern. Verzichten Sie außerdem auf He­feextrakte (z.B. in Kartoffel-Chips enthalten), Trockenobst, Käse, Soja­sauce und Es­sig.

 

 

Falten ausbügeln

Es gibt Männer, die langsamer zu altern scheinen als der Rest der Menschheit. Sie sind Anfang 40 und sehen aus, als würden sie demnächst 30 werden. Das verdanken sie nicht nur ihren Genen.

 

Was hilft:

Um sich auf Dauer sichtbaren Spuren zerstörungswütiger freier Radikale zu schützen, gibt es eine Reihe von potenten "Radikalen-Killern", sogenannten An­tioxidan­tien. Sie stecken in Gemüse, Pflanzenöl, Obst und Vollkornprodukten. Da sie bei der Feindabwehr zerstört werden, ist ständiger Nachschub nötig. Sie brauchen: 

  • Viel Vitamin A, das Hautschutz-Vitamin, das die Neubildung von Hautzellen anregt, die Faltenbildung verringert, und die Haut glatt und geschmeidig macht (Quellen: Karotten, Brokkoli).
  • Vitamin E schluckt freie Radikale geradezu und schützt Vitamin C und die B-Vitamine vor Zerstörung. Damit glättet es die Haut und beugt der Bildung von Alters­flecken vor (Distelöl, Mandeln).
  • Vitamin C, Betakarotin, B-Vitamine (Spinat, Paprika, Bananen), und die Spurenelemente Zink und Selen (Vollkornbrot, Rindfleisch) sind ebenfalls Glattmacher.
  • Von außen können Sie Ihrer Haut mit Cremes auf Fruchtsäurebasis ein frischeres Aussehen verleihen. Die sogenannten AHAs (Alpha Hydroxy Acids) glätten Falten durch ihre wasseranziehenden Eigenschaften, die den Feuchtigkeitsgehalt der Haut steigern.

 

Was schadet:

  • Durch Sonne und Solarien wird die Haut nur kurzzeitig knackig. Sie merkt sich jede Be­strahlung und rächt sich später mit umso tieferen Falten. Die UV-Strahlen erzeugen massenhaft freie Radikale, die Keratin Kolla­gen und elastische Fasern, zerstören. Diese erhalten Struktur sowie Spannkraft der Haut.
  • Nikotin unterbricht die Versorgung unserer Haut mit Nährstoffen wie auch Sauerstoff und setzt freie Radikale frei. Rauchen lässt Sie alt aussehen, fördert Blässe und Faltenbildung.

 

Tipp:

Grüner Tee ist eine gute Quelle für Vitamin C und Flavonoide. Er beruhigt und stabilisiert die Haut. Vitamin C regt Bindege­webszellen an, mehr Kol­lagen zu bilden, und gibt Widerstandskraft ge­gen Um­welteinflüsse und Allergien.

 


 

 

Ekzem besiegen

Jeder Fünfte hat irgendwann einmal ein Ekzem (Symptome: Juc­ken, Rötung, Entzündung).

 

Was hilft:

Nehmen Sie viel Olivenöl, fettrei­chen Fisch, Lebertran und Zink aus Meeresfrüchten und Voll­kornprodukte zu sich.

 

Was schadet:

Oft entstehen Ekzeme durch Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Häufige Auslöser sind Milchprodukte, Zitrusfrüchte, Eier, Nüsse, Fleisch und Zuckerhaltiges. Wer darauf drei Wochen lang verzichtet, ist seine Sorgen oft schnell los. Danach kann er langsam in kleinen Mengen wieder die Ekzem auslösenden Nahrungsmittel essen, ohne dass der Aus­schlag wiederkommt.

 

Tipp:

Trinken sie täglich zwei bis drei Tassen Quecke-Tee ohne Zucker. Er wirkt gegen Ek­zeme, Akne, Müdigkeit und Stoffwechselstörungen.

 

Sanfte Chemie gegen Faltenbildung

  • Alphahydroxysäuren (AHA): Fördert die Feuchtigkeitsbindung, in hö­herer Konzentration auch die Erneuerung der äußeren Hautschicht.
  • Retinolsäure: Ein Abkömmling des Vitamins A, auch Tretinoin genannt, führt zu einer Hautentzündung mit Rötung, wodurch sich die äußeren Hautschichten ablösen. So werden Fältchen geglättet, Akne gebessert. Die Säure muss aber monate- bis jahrelang aufgetragen werden. Sie erhöht die Kollagenbildung und schützt Elastin vor Zerstörung. Nebenwirkun­gen: Während der ersten zwei Mo­nate juckt die Haut und schält sich. Deshalb - und weil bei unsachgemäßer Anwendung die Haut geschädigt werden kann - sind Ärzte mit der Verschreibung vorsichtig. Sie verordnen es gegen Akne.
  • Peelingcremes: Einmalig angewendet, schälen sich verhornte Hautstellen ab. Ne­benwirkungen: Infektionen und sogar Narben können die Folge sein.