Mund & Zähne
Geändert am: 06. März 2014

Zahnbürste - Gute Borsten, schlechte Borsten

Written by  menscore-body, Published in Mund & Zähne
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Zahnbürste - Gute Borsten, schlechte Borsten © Steffen Schäfer - Fotolia.com

Die perfekte Abreibung für Ihre Zähne - das muss eine optimale Zahnbürste bieten. Das Hauptproblem bei Zahnbürsten ist aber, dass man immer einen Kompromiss zwischen Form und Funktion finden muss. Hier die Kriterien, damit Sie die richtige Zahnbürste für sich finden.

 Eigentlich braucht man nur eine Flachkopf-Bürste mit kleinem Kopf, um damit auch die schwer zugänglichen Backenzähne und Zahninnenflächen erreichen zu können. Die Bürste sollte mittelweiche, abgerundete Borsten haben, um empfindliche Zahnpartien und Zahnfleisch nicht zu verletzen. Ein gewölbtes Borstenfeld, d.h. die mittigen Borsten stehen höher als die seitlichen Randborsten, unterstützt die Wischbewegung. Gleichzeitig sollten die Borsten jedoch fest genug sein, um eine effektive Entfernung der Beläge von der Zahnoberfläche zu gewährleisten. Alles in allem kann eine Kinderzahnbürste als ideal empfohlen werden.

 

Was heißt eigentlich „multitufted“ bei Zahnbürsten?

Das beschreibt viele eng zusammenstehende Borstenbüschel. Das Multituft-System vergrößert die Putzfläche.

 

Was ist von Bürsten mit sogenanntem V-Profil zu halten?

Diese haben meist einen großen Kopf, und sind nur für große Münder geeignet - die Backenzähne erreicht man damit allerdings selten. Denkbar wäre ein Nutzen bei großen Zahnlücken. Die V-Anordnung soll den Vorteil bieten, die Zwischenräume zu reinigen. Dieses Versprechen kann aber nicht eingelöst werden, übrigens von keiner Zahnbürste. Andere Vorzüge der V-Stellung sind nicht ersichtlich. Für Leute, die empfindliche Zähne und Zahnfleisch haben und gerne „schrubben“ nicht geeignet.

 

Was ist von flexiblen und „schwingenden“ Bürstenköpfen zu halten?

Auf den ersten Blick eine gute Idee für „Grobmotoriker“, die statt 100 Gramm nun 300 Gramm oder mehr Druck auf ihre Bürste bringen. Der durch das Scharnier flexible Bürstenkopf funktioniert in der Praxis nur bedingt: Denn bei zu wenig Druck können sich die Borsten dem Zahnrelief nicht gut genug anpassen, um auch Vertiefungen gut zu reinigen; mit zu viel Druck, also wenn das Scharnier überspannt wird, verlieren einige Borsten den Kontakt zu den Zähnen, und an anderer Stelle wird zu hart geputzt. Denn je gelenkiger die Bürste, desto weniger kann man den Druck kontrollieren.

 

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Eine gute Zahnputztechnik kann auch nicht durch besonders geartete Zahnbürsten ersetzt werden.
  • Abgerundete Borstenenden sind ein „Muss“, alles andere ist Körperverletzung.
  • Etwa 30 bis 40% der Zahnoberfläche bleiben ungeputzt, und zwar im Zahnzwischenraum. Fazit: Ohne Zahnseide gibt es keinen sauberen Zahn!

 

 


 

Abreibung für Ihre Zähne

 

Der Griff

Der Verlauf des Griffs, ob gerade oder abgewinkelt, ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass die Bürste gut in der Hand liegt. Greifen Sie aber zu Kunststoff, der ist hygienisch – ganz im Gegensatz zu Holz.

 

Der Hals

Weder Zahn und Zahnfleisch, noch Ihr Putzwerkzeug lassen sich gerne unter Druck setzen. Das hat auch die Industrie erkannt und Zahnbürsten mit Federung entwickelt. Aber: das kann nach hinten losgehen, wenn der Gegendruck des Bürstengelenks überwunden wird, und das Gefühl für den Druck verloren geht. Tipp: Halten Sie die Zahnbürste einfach wie einen Kugelschreiber. Dadurch vermindern Sie den übermäßigen Druck ausreichend.

 

Der Bürstenkopf

Kurzkopfbürsten sind besser, da man mit ihnen die schwer zugänglichen Backenzähne und Zahninnenflächen besser erreicht. Dieser Effekt wird verstärkt, wenn der Kopf am vorderen Ende verjüngt ist. Alle Kanten sollten abgerundet sein, um Verletzungen vorzubeugen. Übrigens eine gute Idee: Durch Zahnbürsten mit Wechselkopf vermeiden Sie unnötigen Müll. Reinigen Sie das „Bürstenbett“ gründlich (von den darauf befindlichen Bakterien), bevor Sie ihm den neuen Bürstenkopf aufsetzen.

 

Das Profil

Entscheiden Sie sich für gerade stehende Borsten mit gleicher Länge, da sich V-Zahnbürsten mit Wellen- oder Sägezahnprofil oft nur ungleichmäßig abrunden lassen. Vorsicht, wenn das Profil nachträglich in die Borsten geschnitten wurde, dann fehlen nämlich die schützenden Rundungen an den Enden. Das können Sie sehen, wenn Sie die Borsten gegen das Licht halten. Auch eine Lupe hilft dabei, abgerundete Borstenenden von kantig oder schräg angeschnittenen zu unterscheiden.

 

Die Borsten

Die Enden der Borsten sind am wichtigsten. Sie sollten unbedingt abgerundet sein. Alles andere lädiert das Zahnfleisch. Das gilt auch für abstehende Borsten, die nach längerem Gebrauch entstehen. Deshalb: Bürstenwechsel nach spätestens drei Monaten.

 

Material

Verwenden Sie unbedingt Zahnbürsten mit Kunststoffborsten und niemals mit Naturborsten. Letztere sind innen hohl (Markkanal). Dort sammeln sich mit der Zeit neben Zahnpastaresten auch Bakterien an.

 

Borstendichte

Büschelige Borsten vergrößern die Putzfläche und reinigen deshalb flächendeckender. Borsten, die spiralförmig eingesetzt sind, spreizen sich beim Putzen auf, um die Fläche zu vergrößern. Somit haben beide Formen eine gute Putzwirkung.

 

Der Härtegrad

Hart, mittel, weich – in diesen Kategorien werden Zahnbürsten angeboten. Nun gilt es, der Versuchung zu widerstehen, mit einer harten Bürste besonders gründliche Reinigung oder gar Aufhellungserfolge erzielen zu wollen. Eine gute Technik und Geduld ersetzen Sie damit ohnehin nicht, und harte Borsten schaden Zahnfleisch und Zähnen. Wie fast immer, ist auch hier die gesunde Mitte zu empfehlen.