Bewegungsapparat
Geändert am: 20. Februar 2019

Hilft Hagebutte bei Arthrose?

Written by  menscore-body, Published in Bewegungsapparat
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Hilft Hagebutte bei Arthrose? © Maren Winter - Fotolia.com

Wer schon länger unter Arthrose leidet, hat sicher schon das eine oder andere Naturheilmittel ausprobiert. Die Hagebutte ist ein solches Naturheilmittel. Doch wie wirksam ist sie wirklich bei Arthrose-Beschwerden?

Nicht alle pflanzlichen Nahrungsergänzungsmittel halten, was sie versprechen. Ein Produkt aus der Natur, der eine schmerzlindernde und knorpelschützende Wirkung nachgesagt wird, ist die Hagebutte.

Was ist drin in der Hagebutte?

In der Hagebutte sind reichlich Vitamin C, Carotin, Pektin, Flavonoide und Fruchtsäuren sowie Kupfer und Zink enthalten. Linolsäure und γ-Linolensäure sind außerdem in den Samen der Hagebutte zu finden und auch den enthaltenen Polyphenolen der Hagebutte wird schon lange eine antioxidative Wirkung nachgesagt. In einigen Tierversuchen konnte zudem eine entzündungshemmende Wirkung der Polyphenole nachgewiesen werden.

Hagebutte wird schon länger eingesetzt

Schon lange kommt die Hagebutte zur Linderung von verschiedenen Beschwerden zur Anwendung, zum Beispiel bei der Rheuma- und Gichttherapie, aber auch, um Harnwegsinfekte zu behandeln. Als Tee getrunken, gilt die Hagebutte aber nicht als Arzneimittel, da die Wirksamkeit bis heute nicht wissenschaftlich belegt werden konnte. Aus diesem Grund wird die Hagebutte im Tee auch als „sonstiger Bestandteil“ bezeichnet.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) konnte in einer Untersuchung im Jahr 1990 in keinem der Hagebuttenbestandteile eine Wirksamkeit feststellen. Auch das enthaltene Vitamin C geht durch die Trocknung und Lagerung nahezu komplett verloren. Allerdings gibt es auch keine Risiken durch die Einnahme von Hagebuttenprodukten.

Neue Forschungen zur Hagebutte

Da die Untersuchungen schon sehr lange zurückliegen, könnten eventuell neue Forschungen zur Hagebutte eine Wirksamkeit nachweisen. So wurde zum Beispiel im Jahr 2003 in einer dänischen Studie bekannt, dass in der Hagebutte weitere Stoffe enthalten sind. Und zwar die sogenannten Galaktolipide, die sich aus verschiedenen Fettsäuren und Galaktose zusammensetzen. Diese Stoffe sind es auch, die für die entzündungshemmende und knorpelschützende Wirkung der Hagebutte verantwortlich sind, allerdings verlieren diese schon ab einer Temperatur von 40 Grad Celsius ihre Wirksamkeit.
Diese Stoffe sind es also, die bei der Behandlung der Beschwerden von Arthrose möglicherweise einen Effekt haben; allerdings sind Galaktolipide tatsächlich nicht nur in Hagebutten zu finden, sondern auch in zahlreichen anderen Lebensmitteln wie etwa Kürbis, Erbsen, Spinat, Brokkoli oder Spargel und weiteren Gemüsesorten.

Weitere klinische Studien mit Hagebuttenextrakt

Mit dem Thema Hagebutte und deren Wirksamkeit bei Arthrose-Beschwerden haben sich schon mehrfach verschiedene Studien befasst. Zum Einsatz kam dabei immer ein Hagebuttenextrakt, das in der Studie zur Behandlung von Schmerzen bei Knie und-/oder Hüftarthrose eingesetzt wurde. Es konnte bei mehreren Studien in der Hagebuttenextrakt-Gruppe ein schmerzlindernder Effekt nachgewiesen werden. Ein Einfluss auf den Knorpelschutz wurde aber nicht belegt, ebenso wenig wie ein Einfluss auf das Fortschreiten der Arthrose.
Was nicht aus den Studien abgeleitet werden kann, ist eine Empfehlung für die Dosierung und Einnahmedauer. Daher kann man zum aktuellen Zeitpunkt nicht wirklich sagen, dass es viel Sinn macht, Hagebuttenpulver oder Tee zu sich zu nehmen, denn die nachgewiesene Wirksamkeit beschränkt sich auf den Hagebuttenextrakt. Allerdings kann die Einnahme aufgrund fehlender Nebenwirkungen auch nicht schaden, sodass man es durchaus mal ausprobieren kann, ob einem die Hagebutte bei den Arthrose-Beschwerden hilft oder nicht. Eventuell kann man ja damit eine Reduzierung der eigenen Schmerzmitteldosis erreichen, was auch schon viel wert wäre.

 
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