© vadymvdrobot - Fotolia.com Zahnschmerzen – So helfen Sie sich selbst by menscore-body 16. Mai 2014 geschrieben von menscore-body 9. Entzündung des Zahnmarks Ursache: Spontane, scharfe, stechende, bohrende und klopfende Schmerzen, die über die gesamte Wange ausstrahlen, sowie die empfindliche Reaktion der Zähne auf kalte, warme, süße und saure Speisen und Getränke, und manchmal sogar auf Windbewegungen ist ein sicherer Hinweis darauf, dass das Zahnmark (der „Nerv“) entzündet ist. Dies ist der Fall bei einer tiefen Karies, d.h. wenn die Karieshöhle tiefer ins Zahnmark hineinreicht. Wird immer noch nicht behandelt, beginnt im Zahnmark ein Fäulnisprozess; der Zahnnerv stirbt ab, damit hören auch die Schmerzen auf. Das gilt aber nicht für den Kariesfraß, lediglich die Alarmanlage ist ausgeschaltet. Abhilfe: Für Selbstversuche zur Selbsthilfe ist es nun leider zu spät, der Gang zum Arzt absolut unumgänglich. Jetzt steht Ihnen und Ihrem Zahnarzt das Problem ins Haus, einen bereits entzündeten Zahn zu betäuben, aufzubohren und das kranke Zahnmark zu entfernen, also eine Wurzelbehandlung durchzuführen. Danach muss der Zahn überkront werden. Kurzfristig kann der Akupunkturgriff zum Nagelbettwinkel des Zeigefingers (s. Karies), ein feucht-kalter Umschlag auf die Wange helfen. Einfache Schmerzmittel reichen nun nicht mehr aus, Ihr Zahnarzt wird Ihnen wahrscheinlich stärkere Schmerzmittel geben. Achtung: wird der Zahn nicht behandelt, wird er zunehmend klopf- bzw. druckempfindlich, der Schmerz klopft im Takt des Pulses und wird immer stärker. Entleert sich der „Entzündungssud“, der sich um die Wurzelspitze herum gebildet hat, durch den Kieferknochen nach außen, dann bildet sich ein Abszess in Wange, Zunge, Gaumen und/oder Kieferhöhle (die dicke Backe!), es kommt gelegentlich zu Fieber, und nur manchmal zu Schmerzen. Der Eiter kann sich auch seinen Weg zu den Brustorganen bahnen, dann droht Lebensgefahr. Gehen Sie sofort zum Zahnarzt! Der, der Ihnen jetzt nicht hilft, der macht sich strafbar wegen unterlassener Hilfeleistung. Mindestens eine Wurzelbehandlung, wahrscheinlich aber eine Wurzelresektion – möglicherweise mit Eröffnung des reifen Abszesses – kommt auf Sie zu. Im besonders späten Stadium muss der Zahn manchmal gezogen werden, der bei jungen Menschen jedoch wieder replantiert werden kann. Zur Schmerzlinderung können Sie feuchtkalte Umschläge oder Eisbeutel einsetzen. Warmfeuchte Packungen dagegen lassen die Abszesse rascher reifen. 10. Flug- und Auftauchschmerz bei Karies Ursache: Starker Druckabfall (im Flugzeug oder beim Hochschwimmen nach dem Tauchen) kann leichte Zahnschmerzen plötzlich verschlimmern. Denn in diesen Situationen dehnen sich die Fäulnisgase bei Karies aus und drücken auf Nerven. Abhilfe: Suchen Sie vor Flugreisen und Tauchabenteuern Ihren Zahnarzt auf, um Ihre Zähne kontrollieren zu lassen. Ansonsten putzen Sie die Zähne gründlich und reinigen Sie die Zahnzwischenräume mit Zahnseide, um eventuelle Speisereste zu entfernen, die die Karieshöhle verschließen und damit die Entleerung des Sekrets verhindern. Kalte Umschläge auf die Wange können auch hier Wunder wirken. Langfristig hilft natürlich nur die Sanierung des Zahns: Ausbohren und mit Füllung versehen. 11. Speicheldrüsenentzündung (Parotitis) Ursache: Haben Sie immer dann Schmerzen, wenn Ihnen das sprichwörtliche Wasser im Mund zusammenläuft? Das ist ein guter Hinweis auf eine Entzündung der Ohrspeicheldrüse. Speichelsteine, gestörter Speichelfluss, Mundschleimhautentzündungen und Tumore begünstigen das Einnisten von Bakterien im Drüsengang. Dadurch schwillt die Drüse schmerzhaft an (wie bei Mumps, „Ziegenpeter“) und gibt oft Anlass, die Ursache der Schmerzen in den Zähnen zu suchen. Das liegt daran, dass der Nerv für die mimische Muskulatur (Nervus fazialis), der auch die Zähne versorgt, mitten durch die Ohrspeicheldrüse verläuft. Abhilfe: Essen Sie keine Zitrone und kauen Sie kein Kaugummi; denn das fördert den Speichelfluss, der die Drüse anschwellen lässt, der Druck auf den Nerv nimmt weiter zu. Die richtige Therapie besteht in der Einnahme von Antibiotika, der Entfernung von Speichelstein (ein kleiner Schnitt in der Wangeninnenseite), und manchmal in der Operation der Drüse. Und das kann nun wirklich nur der Hals-Nasen-Ohren-Arzt bewerkstelligen. 12. Weisheitszähne Ursache: Über längere Zeit Schmerzen am Ende der Zahnreihen sind ein Hinweis auf Weisheitszähne, die gerade den Kieferknochen durchbrechen. Es kann sich nun eine Tasche bilden, in der Speisereste hängen bleiben. Die Folge sind dann häufig Zahnfleischentzündung und -blutung, Karies, Kopfschmerzen und Mundgeruch. Die Weisheitszähne haben bei den meisten Menschen keinen Platz im Kiefer und liegen daher häufig gekippt oder verkeilt am Ende der Zahnreihe und schieben die anderen Zähne übereinander. Abhilfe: Besonders in dieser Zeit ist eine intensive Zahnhygiene wichtig. Gegen akute Schmerzen in diesen Fällen können Sie Schmerzmittel wie z.B. Paracetamol einnehmen. In den meisten Fällen ist es besser, die Weisheitszähne ziehen zu lassen, zumal sie für das Kauen nicht mehr notwendig sind. Treten Probleme auf, bevor sie durchgebrochen sind, sollten sie herausoperiert werden. Dabei ist es besser, den Arzt frühzeitig aufzusuchen, d.h. bevor es Probleme gibt, den Mund weit aufzumachen. Denn das ist ein Zeichen für Entzündung, und mit zunehmender Entzündung wird die Betäubung schwieriger. Seiten: 1 2 3 KariesWeisheitszähneZahnfleischblutenZahnfleischentzündungZahnschmerzen vorheriger Beitrag Knorpelverletzungen – So werden sie behandelt nächster Beitrag Die 8 schlimmsten Fehler beim Vorstellungsgespräch VERWANDTE BEITRÄGE Hausmittel gegen Migräne Schrittmacher gegen Cluster-Kopfschmerzen Sehschärfe: Training für die Augen Lebensgefährlich: Schluckstörungen Schutz vor Grünem Star Typ-2-Diabetes lässt Gehirn schrumpfen