© RioPatuca Images - Fotolia.com
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Grippe und ihre Vorläufer – Erkältungsviren sind tückisch

by menscore-body

 

Wichtige Waffe Antibiotika

Auch die Mandeln können vereitern. Das verursacht nicht nur Schluckbeschwerden und Halsschmerzen, sondern in vielen Fällen auch Fieber. Sind Kehlkopf oder Stimmbänder betroffen, wird man außerdem heiser. Weil die meisten Mandelentzündungen durch gefährliche Streptokokken verursacht werden, sollten sie unbedingt mit Antibiotika behandelt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Bakterien Gelenke, Herz oder Nieren angreifen. Sind die Mandeln oft entzündet, kann es sinnvoll sein, sie entfernen zu lassen.

Die Bronchien können durch Bakterien aus den oberen Atemwegen oder direkt infiziert werden. „Das ist oft eine Folge der behinderten Nasenatmung“, sagt Hohenhorst. „Durch den Mund zu atmen, trocknet die Bronchialschleimhaut aus, macht sie sehr anfällig.“ Eine Bronchitis wird vielfach von Schnupfen, Fieber oder Heiserkeit begleitet. Nach schmerzhaft-trockenem Husten bildet sich viel zäher Schleim, der nur schwer abzuhusten ist. Wird eine Bronchitis nicht richtig auskuriert, kann sie chronisch werden.

Streptokokken können auch zu einer Lungenentzündung führen, weltweit eine der häufigsten Todesursachen. Die bakterielle Pneumonie beginnt in der Regel mit Schüttelfrost, Fieber und Atemnot. Wie bei der Bronchitis ist der Husten erst trocken, dann folgt viel farbiger Schleim. Sind dagegen Viren die Ursache, beginnt die Krankheit meist langsamer und ohne Schüttelfrost. Der Husten ist dann trocken, Schleim wird kaum abgehustet. Eine Lungenentzündung wird fast immer mit Antibiotika behandelt, auch wenn Viren die Ursache sind. Denn die Bakterien, die Antibiotika erforderlich machen, kommen fast immer irgendwann dazu – und dann kann’s schnell zu spät sein.

 

Tipps für die Atemwege: Geben Sie Grippe keine Chance

Nicht zu rauchen ist natürlich der wichtigste Schutz für die Atemwege. Aber Sie können noch einiges mehr tun.

  • Durch kalte Güsse das Immunsystem stärken – die Ansicht des Priesters und Begründers der Kneipp-Medizin wird durch Studien bestätigt. Vermutlich beruht auch die Wirkung des Saunierens auf diesem Effekt. Ein bis zwei Güsse pro Woche genügen, allerdings muss man einige Wochen dranbleiben, ehe sich ein Schutz einstellt. Wichtig: Vor den Güssen muss Ihnen warm sein. Waren Sie vorher in der Sauna, sollte das kein Problem sein.
  • Wer schon mal eine echte Grippe hatte, wird sich gerne impfen lassen – und einen simplen Schnupfen nie wieder als Grippe bezeichnen. Impfungen gegen Grippe und Lungenentzündung sind laut Impfkommission am Robert-Koch-Institut für alle Menschen mit chronischen Krankheiten, vor allem der Lunge, ratsam. Und: „Obwohl die Grippeimpfung nur gegen die Grippeviren, nicht jedoch gegen die einfache Erkältung schützt, sollte man sich jedes Jahr gegen die aktuell zirkulierenden Grippeviren impfen lassen; hierdurch schützt man sich selbst und auch seine Mitmenschen gegen die Grippe. Besonders wichtig ist die Grippeimpfung für ältere Menschen, und solche, die an chronischen Erkrankungen, z.B. Diabetes, Herz- oder Nierenschwäche, leiden“, empfiehlt auch sagt Internist und Allergologe Dr. Peter Kardos von der Lungenpraxis am Maingau in Frankfurt am Main, und Vorstandsmitglied der Deutschen Atemwegsliga.
  • Und: Händewaschen schützt. Man wird nämlich weniger durch Anhusten infiziert als durch die Übertragung der Erreger von Türklinken auf die Hände, mit denen man sich bis zu 60-mal täglich an Mund und Nase herumfummelt.

 

 

 

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