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Männer, esst weiter so!

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Männeressen muss gut schmecken – gesund ist egal. Und das ist gut so. Ein Experten-Beitrag von Diplom-Ökotrophologe Uwe Knop, kritischer Buchautor aus Hofheim.

 

 

 

Ein Scan deutscher Teller macht schnell klar, was auch die Wissenschaft gerne erforscht und öffentlich präsentiert: Männer mögen kaum „gesunde Sachen“ wie Salat, Obst, Gemüse, Vollkornprodukte oder „süße Sünden“ – und stilles Wasser oder „ungesüßter Tee“ gleitet nur wenige männliche Kehlen hinab. Männer machen sich im wahrsten Sinn „keinen Kopf“ und essen bauchgesteuert, vornehmlich alles herzhafte tierischer Herkunft: Steak und Schnitzel, Hamburger und Currywurst, gerne „männlich scharf“. Gesunde Ernährung kommt im maskulinen Kulinaristikjargon nicht vor, hier dominiert der Genuss. Und das ist gut so!

Denn Fakt ist: Mann braucht sich keine Gedanken über gesunde Ernährung zu machen. Der Grund: es gibt keine Beweise, was „gesunde“ Ernährung sein soll, da die Ernährungsforschung systembedingt keine wissenschaftlichen Belege liefern kann!

 

Was haben der Weihnachtsmann und die Regeln zur gesunden Ernährung gemeinsam?

Ganz einfach: Es gibt keine Beweise für deren Existenz – und viele glauben trotzdem dran. Und das liegt daran, dass Ernährungsforschung keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen (Kausalitäten) liefern kann, sondern nur statistische Zusammenhänge (Korrelationen) zu Tage fördert. Diese Zusammenhänge aber erlauben wiederum nur Hypothesen, Vermutungen und Spekulationen. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht dieses System der Ernährungsforschung: Wenn es heißt „Wurst erhöht das Diabetesrisiko“, dann wurde nur ein statistischer Zusammenhang zwischen Wurstverzehr und Diabetesrisiko aus den Studiendaten isoliert herausgerechnet. Warum dieser Zusammenhang besteht – das jedoch weiß niemand.

 

Schwarze Strümpfe sind Wurst!

Genauso gut hätte man feststellen können: „Schwarze Strümpfe erhöhen das Diabetesrisiko“ – weil man aus den Daten errechnet hat, dass Menschen mit schwarzen Strümpfen ein höheres Diabetesrisiko aufweisen als diejenigen, die vorwiegend braune Strümpfe anziehen. Das ist absurd. Genauso absurd wie die Wurst-Korrelation.

 

Bemitleidenswerte Ernährungswissenschaften

Professor Gerd Antes, Direktor des Deutschen Cochrane-Zentrums in Freiburg, das die Qualität wissenschaftlicher Untersuchungen bewertet, hat bereits mehrfach erklärt, dass Ernährungsforschung keine Beweise liefern kann. Für Antes sind „die Ernährungswissenschaften in einer bemitleidenswerten Lage“, denn deren Beobachtungsstudien sind methodisch unzuverlässig. „Studien in diesem Bereich sind von vielen unbekannten oder kaum messbaren Einflüssen abhängig“, erklärte Antes der Süddeutschen Zeitung. „Beobachtungsstudien sind anfällig für viele Störgrößen, sodass am Ende keine wissenschaftlich vertretbare Erklärung für die beobachteten Zusammenhänge möglich ist“, lautet ein passendes Zitat von Professorin Gabriele Meyer vom DNEbM (Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin).

 

Mann isst, was gut schmeckt!

Daher ist es begrüßenswert, dass Männer beim Essen primär auf ihren Körper statt auf gesundheitsapostolisch ambitionierte Ernährungsexperten hören. Der echte Hunger, also das körperlich-biologische Hungergefühl, dominiert die Nahrungsauswahl. Nach Analyse von über 500 aktuellen Studienergebnissen der Jahre 2007-2013 lautet das ideologiefreie Fazit, das dieses intuitive Essverhalten bestärkt: „Essen Sie nur dann, wenn Sie echten Hunger haben, und zwar nur das, worauf Sie Lust haben, was Ihnen schmeckt und was Sie gut vertragen.“

 

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